Donnerstag, 1. März 2007

Zöpfchen

"Könnte das Täschchen aufs Schößchen?"
Die Angesprochene blickte von ihrem Handy auf und reagierte - trotz musikbefüllter Ohrstöpsel - sofort. Die ältere Dame, die L und mich mit ihren Verkleinerungsformen soeben zu einem geschmunzelten Blickabtausch bewegt hatte, setzte sich uns gegenüber, auf den letzten freien Platz der von mir für gewöhnlich als "Vierer" bezeichneten Sitzgelegenheitenanhäufung.

Während hinter der Glasscheibe Berlin vorbeiratterte, meine Aufmerksamkeit jedoch Wichtigerem galt, bemerkte ich am Rande meines Wahrnehmunsghorizonts ein Murmeln. Ein kurzer Blick ortete die Quelle: Die alte Frau gab Geräusche von sich, die Worte hätten sein können, wenn sie zu verstehen gewesen wären. Ihre Banknachbarin reagierte nicht, lauschte unverdrossen den Klängen aus ihren Kopfhörern. 'Alte Frauen murmeln eben zuweilen in ihren Altfrauenbart.", dachte ich, im Geiste mit den Schultern zuckend, und wand mich wieder L zu.

Aussteigen. Umsteigen. Irgendwo. Ich kümmerte mich nicht um Haltestellennamen, verfügte über kundige Begleitung.

Auf der Rolltreppe murmelte es erneut, hinter mir, diesmal jedoch mit gerade noch verständlichen Worten. "Jaja,", hörte ich, "zum Friseur gehen braucht man nicht. Und Scheren sind ja auch so teuer..."
Die Worte galten meinen Haaren, die zu einem Zopf geformt über meinen Rücken wallten.

Ich drehte mich um und entdeckte die alte Dame aus der S-Bahn. Mit mühelos sanfter Stimme erwiderte ich:
"'Man' kann auch Selbstgespräche führen, anstatt direkt zu kommunizieren..."

"Jaja,", unterbrach sie mich barsch, "Ich bin ja sowieso verrückt. Gehöre in die Klapse...!"
Sie schaute mich nicht an, zerschmetterte jedes noch hervorzubringende Argument mit ihrem defensiven Rundumschlag. "Ich bin verrückt!", hieß die Mauer, die sie blitzschnell zwischen sich und der eben noch beschimpften Welt erbaute - nicht zum ersten Mal, vermutete ich.

L zog mich weg, bevor ich überhaupt daran denken konnte zu reagieren. Schweigen war wohl ohnehin die bessere Wahl. Grüßend wedelte ich kurz mit dem Zopf in Richtung der alten Frau und ließ mich von L blind in irgendeine Richtung führen.

...

"Das war ein beabsichtigter Zufall."

FFFfF: Wachstum II

Ulf hat mir einst die Flausen in den Kopf gesetzt, daß der Comic vom 20.02.2007 doch der Beginn einer Fortsetzungsgeschichte sei.
Eigentlich wollte ich nicht, doch natürlich setzte sich die Idee fest, spann sich fast von allein weiter. Und ploetzlich fand ich mich in einem Café Berlins und skizzierte, waehrend eine Tasse heißen Kakaos froehlich vor sich hindampfte...

Dieser Comic ist Teil II einer Fortsetzungsgeschichte.
Hier gibt es Teil I.

Und so.


[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]

Flatterfred...

Status...

Du bist nicht angemeldet.

Aktuell...

Altslawische fantastische...
Ich möchte dir mein fantasy Welt vorstellen. Vielleicht...
Cerny Vlk - 6. Jan, 21:45
Radtour Salbker See II
Danke für die tollen Tipps, wir waren im August...
Physiotherapie Leipzig (Gast) - 21. Nov, 17:06
Higtech
Naja, man glaubt es kaum, aber was der Angler an Energie...
Martin Angel (Gast) - 12. Sep, 11:27
gar nisch süß
dat is gar nisch süß soll isch de ma was...
free erdem (Gast) - 6. Jun, 16:40
Hier wird es fortan weitergehen: http://morast .eu Und...
Hier wird es fortan weitergehen: http://morast .eu Und...
morast - 1. Feb, 21:10

Archiv...

März 2007
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 8 
10
11
12
16
17
19
20
23
24
25
31
 
 

Suche...

 

Rückblick...

Online seit 4539 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 6. Jan, 21:45

Und so...


23
Bahnbegegnungen
Begegnungen
Farbenfroh
Fetzen
Frederick
G
Geistgedanken
Krimskrams
Menschen
MiSt
Morgenwurm
Morning Pages
Seelensplitter
Tageswort
Weise Worte
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren