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Lethargie

Es ist erstaunlich, daß es exakt dreieinhalb sinnlos vertrödelter Stunden bedurfte, um mich davon zu überzeugen, daß etwas anderes als Herumsitzen und Hunger haben wesentlich mehr Sinn in sich bergen würde. Noch erstaunlicher ist eigentlich, daß sich die vergangene Zeit in meinem Kopf anfühlt, als hätte ich soeben mehrere Tage achtlos in jene finstere Ecke geworfen, in die normalerweise der inexistente WG-Hund zu pinkeln pflegt.

Ich weiß, was zu tun wäre, doch bin nicht bereit dazu. Ich weiß, was mich erheitern könnte, daß die Freude nur wenige Schritte entfernt wartet, doch bin nicht willens, mich zu bewegen. Und wenn ich darüber nachdenke, so erscheint mir mein Verhalten als ebenso sinnbefreit und nutzlos wie mein herumsitzendes Auf-Nichts-Warten, das ich mit internetziger Amüsanz zu beträufeln versuche.
Doch die Erkenntnis nützt nichts, treibt mich nicht aus meinem Sessel hoch in die Welt, und nur mein zunehmender Hunger läßt die Wirklichkeit sich in mir bemerkbar machen.

Was tue ich hier, frage ich mich und begreife, daß ich seit Stunden dem gleichen Album lausche, ohne es bisher vernommen zu haben. Nun jedoch höre ich es, freue mich über das ergeifende Lied, das gleich noch einmal meine Gehörgänge beträufeln darf und suche in dem kramüberfluteten Zimmer nach kälteabwehrenden Kleidungsstücken.

Ich will raus, denke ich und wundere mich, daß ich für diese Erkenntnis mehrere, auf dreieinhalb Stunden komprimierte, Tage gebraucht habe.

[Im Hintergrund: Scream Silence - "Transient"]

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