Vampire und Bäuche

G saß zusammen mit O, einem guten Freund, in Gs chaotischem Zimmer und spielte Computer. "From Dusk Till Dawn", ein längst veraltetes Spiel, aber immer noch interessant genug, um die beiden Spieler über Stunden zu fesseln.
Nach geraumer Weile unterbrach O: "Sollten wir nicht mal zu N schauen? Bestimmt sitzt sie allein im Wohnzimmer und grämt sich."
G nickte langsam, doch gab keinen Laut der Zustimmung von sich. Vermutlich saß N tatsächlich im Wohnzimmer. Vermutlich war sie tatsächlich unangenehmer Laune. Vermutlich fühlte sie sich tatsächlich allein gelassen, ohne Gesellschaft, ausgeschlossen. Doch eigentlich war es egal.
O vertiefte sich wieder in das Spiel und hatte nach wenigen Augenblicken sein Vorhaben vergessen. G zuckte mit den Schultern. Ihm war es recht. Die Zeit verflog. Undurchdringlicher Dunkelheit entsprangen schauerliche Vampire, nach virtuellem Blut gierend.
N stand in der Tür, Aufmerksamkeit ersuchend. "Kann ich so gehen?" fragte sie, eine Art Miniaturmodeschau initiierend. G schwieg, wollte keinen Ärger zu verursachen. Das Wort "nuttig" lag sprungbereit auf seiner Zunge. Er verschluckte es höflich, verstecke es hinter konzentrierter Abwesenheit. O schwieg nicht, scheute sich nicht, N mit Komplimenten zu bedecken.
Sie strahlte, berichtete vorfreudig von dem "Weiberabend", an dem sie teilzunehmen gedachte. Ungefragt erzählte sie weiter, die drohende Vampirgefahr auf dem Bildschirm ignorierend. Normalerweise würde sie sich ja nicht für einen Weiberabend derart auftakeln, doch wollte eine Freundin einen Freund mitbringen.
"Man kann ja nie wissen." schmunzelte sie. G seufzte innerlich, hatte so etwas befürchtet.
Die Vampire warteten, doch N wich nicht. Sie war guter Dinge, gedachte des an dem Weiberabend beiwohnenden männlichen Wesens. Sie könne jeden haben, meinte sie. O schaute ungläubig zu G. G schwieg, regte sich nicht. Doch N war schon unterwegs, ihre Worte bekräftigend. Sie könne jeden haben, meinte sie und setzte sich mit gespreizten Schenkel auf Gs Schoß. Der Drehstuhl knarrte, doch hielt. Sie könne jeden haben, meinte sie und begann, sich rhythmisch auf G hin- und herzubewegen. O blickte konsterniert. G rührte sich nicht, ignorierte N, soweit ein Mann eine willige Frau auf dem eigenen Schoß ignorieren konnte.
"Küß' meinen Bauch", lachte N und zog ihr Shirt hoch, entblößte ihre nackte Haut. In einer anderen Situation, mit einer anderen Person, ... Aber nicht hier und jetzt. G weigerte sich, lehnte höflich ab. N hörte nicht hin, wackelte auf Gs Schoß herum und preßte seinen Kopf auf ihren Bauch, ihn zum gewünschten Kuß zwingend.
G ergab sich seinem Schicksal. Schließlich ist N durchaus eine attraktive Frau. Schließlich gab es genug männliche Wesen, die in diesem Moment liebend gern seine Stelle einnehmen würden. Schließlich hatte er nicht vor, N zu verärgern.
G ergab sich seinem Schicksal - und prustete lautstark auf Ns Bauch.
Kein Kuß, nur dieses eigenartige Geräusch, das gern auf Kleinkinderbäuchen intoniert wird.
Lachend stand N auf. Die Situation war gerettet. G auch.
-----

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

Flatterfred...

Status...

Du bist nicht angemeldet.

Aktuell...

Ohne Termin
Ich hatte keinen Termin, brauchte allerdings auch keinen....
morast - 9. Okt, 18:33
Eine Elefantengeschichte...
Der Elefant stand in Onkel Rudolfs Wohnzimmer und nieste....
morast - 8. Okt, 17:37
Nicht sitzt mehr
Das Magdeburger Einkaufsparadies Allee-Center zelebriert...
morast - 6. Okt, 19:23
Rupert
Rupert lehnte sich zurück und schaltete das Radio...
morast - 5. Okt, 15:38
Ein älteres Ehepaar
An irgendeiner Haltestelle in Magdeburg sitzend warte...
morast - 4. Okt, 14:11

Archiv...

März 2005
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 3 
 8 
12
15
26
27
28
 
 
 
 

Suche...

 

Rückblick...

Online seit 1268 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 8. Okt, 21:58

Und so...


23
Bahnbegegnungen
Farbenfroh
Fetzen
Frederick
G
Geistgedanken
Krimskrams
Menschen
Morgenwurm
Morning Pages
Seelensplitter
Tageswort
Weise Worte
Wortwelten
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren