Montag, 28. November 2005

FFFfF: Der Eine Ring

Es tut mir leid, den heutigen Fred-Comic erst jetzt zu veröffentlichen, aber Zeitmangel hielt mich ein wenig auf.

Und vielleicht erahnt es der Wissende: Der heutige, 70. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comcistrip entstand unter dem Einfluß der Klänge von Blind Guardian...

Und so.


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[Im Hintergrund: alles mögliche von Janus ... ]

Sonntag, 27. November 2005

Tageswort Nr. 31: Neonschwarz

"Wir können uns ja nachmittags treffen, um das schöne Wetter zu genießen."
- "Ich kann nicht vor 17.30 Uhr."
"Da ist es dunkel."
- "Mist."
"Naja, wir können uns ja trotzdem treffen. Allerdings werde ich dich bestimmt nicht sehen mit deiner dunklen Kleidung."
- "Na gut. Dann ziehe ich extra für dich meine neonschwarzen Klamotten an..."


Das Wort neonschwarz wirkt auf mich derart widersprüchlich, das es mich bei jeder Benutzung erneut schmunzeln läßt. Es sei hiermit das Wort des heutigen Tages.

Macke

"Du hast ne Macke."
- "Also einen Macker, bloß eben weiblich ...?"

FFFfF: 1. Advent

Ich freue mich, den ersten weihnachtlichen Fred-Comicstrip präsentieren zu dürfen, pünktlich zum ersten Advent. Deswegen heißt er auch so...

Und so.


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Samstag, 26. November 2005

FFFfF: Papier

Ich vermute, daß es nicht sonderlich schwer ist, an welchem Ort mir der Gedanke zum heutigen Comicstrip kam...


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Freitag, 25. November 2005

FFFfF: Ein Vogel? ... Ein Flugzeug?

Wer befürchtet hat, nach dem gestrigen Comicstrip kommt nichts mehr, weil ich eine kreative Pause eingelegt habe oder bibbernd vor unbefüllt-leeren Blättern sitze, der sei mit dem heutigen Werk getröstet und mit der Gewißheit bestückt, daß es mit Fred, Käfer und Wurm weitergehen wird. Schließlich existiert dieser Comic gerade einmal zwei Wochen. Außerdem bin ich - auch wenn ich noch keine einzige Idee mit mir herumtrage - schon voller Vorfreude auf weihnachtlich-winterlich angehauchte Fred-Comics.

Und so.


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[Im Hintergrund: Janus - "Nachtmahr" --- ist heute frisch mit der Post gebracht worden...]

Donnerstag, 24. November 2005

Weise Worte 10

Zufälle passieren nie, wenn man mit ihnen rechnet.

...

Eselsohrwurm

[Im Hintergrund: Noekk - "The Watersprite"]

Grabschändung

"Ozzy Osbourne hat ein neues Album rausgebracht."
"Pah."
"Wieso 'Pah.'?"
"Weil er mit seinen neuen Werken niemals an Black-Sabbath-Zeiten heranreichen wird. Weil das, was er produziert, nur MTV-Kinderkacke ist. Weichspülerscheiße."
"..."
"Ozzy Osbourne schändet sein eigenes Grab..."


[Im Hintergrund: Dornenreich - "Nicht um zu sterben"]

FFFfF: Existenzängste

Der 66. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip sei ein besonderer, dachte ich mir und lieferte eine Art Meta-Betrachtung. Ich mag es, wenn Autor und Figur in direkter Verbindung miteinander stehen.

Und so.


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[Im Hintergrund: Secrets Of The Moon - "De Musica Mundana"]

Mittwoch, 23. November 2005

Keinen einzigen

Wenn wieder einmal ein Monat vergangen war, trafen wir uns stets irgendwo auf der Straße wieder, niemals beabsichtigt, niemals gewollt, und doch stets mit dem freudigen Lächeln im eigenen Gesicht, als hätte man den anderen vermißt.

Nach kurz gehaltenen Grußworten fanden wir uns schnell im ewig gleichen Gespräch wieder. Das heißt, eigentlich redete er, blies seinen trüben Monolog in die Unnahbarkeit, die zwischen uns lag, als könnte uns das Übel der Welt verbinden, zu gemeinsamen Streitern im Kampf gegen das Böse werden lassen.

Die Charaktere seiner Erzählung wechselten, besuchten zuweilen andere Drehorte, spielten andere Genres; doch stets lag über seinen gesprochenen Worten ein finsterer Hauch, als stünde jedes menschliche Wesen gegen ihn geheimem Bunde.

Und wenn dann, während wir wie alte Vertraute, die wir niemals sein würden, den Weg entlangschlenderten, der letzte Tropfen Schwarz von seiner Zunge perlte, hinterließ er ein Schweigen, das mich aufforderte, meine Worte suchte, Worte, die seinen gleichen, nur meine eigene Welt, meine eigene trübe Geschichte berichten sollten.

'Vielleicht gehört es sich nicht zu sagen, alles sei in Ordnung.', dachte ich oft.
'Vielleicht ist es unschicklich, mit der eigenen Zufriedenheit zu prahlen, sie überhaupt zu erwähnen, da man den Neid des anderen heraufbeschwören, seinem schweren Schicksal ohne den nötigen Respekt begegnen würde.
Vielleicht...'

Mein Mund blieb verschlossen. Kein Gedanke brannte in meinem Kopf, wollte sich in Worte pressen lassen. Es war, als hätten die geheimen Verschwörer einen Gehirnsauger erfunden und mir jede einzelne Silbe aus dem Schädel gelöscht.

Dann sah er mich stets an, sich allmählich der Pause im Redefluß bewußt werdend, und fragte:

"Und? Was hat dir den Tag versaut?"

'Nichts!', dachte ich oft, doch schwieg.
Ich kannte keinen versauten Tag. Keinen einzigen.

[Im Hintergrund: The Sisters Of Mercy -"First And Last And Always"]

In Würde

"In Würde gealtert? Das bin ich auch.
Nur eben nicht gealtert..."

Haushaltsunfall, untypischer

Keine gute Idee ist es, während des Zähneputzens vor dem Badzimmerspiegel im Takt des Ohrwurms umherzuhüpfen, nach mehreren Sprüngen zu spüren, wie der Duschvorleger unter den eigenen Füßen weggleitet und der eigene Körper mit zu hoher Geschwindigkeit den weißen Badezimmerkacheln entgegenstürzt, während die Zahnbürste die Hand verläßt und unter den Schrank geschleudert wird, eine weiße Zahnpastaschaumspur hinterlassend...

[Im Kopf:Judas Priest - "Living After Midnight"]

FFFfF: Hinter die Welt

Es sei erwähnt, daß ich bis 21.30 Uhr noch nicht die geringste Ahnung hatte, wie der morgige Comic aussehen würde. Statt mir aber stressige Gedanken zu machen, las ich Stephen Kings "Susannah", den sechsten Band der "Der Dunkle Turm"-Reihe, zuende und freute mich über ein wirklich gutes Buch.

Einen größeren Grund zur Freude schenkte mir allerdings Anja, meine Mitbewohnerin, als sie mit einem fallengelassenen Wort die Idee zum 65. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip lieferte. Sogleich machte ich mich ans Werk und wurde - beflügelt von einer berauschenden Welle der Kreativität - pünktlich fertig.

Und so.


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P.S.: Es wurden in diesem Comic - auch wenn es so aussieht - keine Tiere gequält...

[Im Hintergrund: Vintersorg - "Till Fjälls"]

Dienstag, 22. November 2005

Tageswort Nr. 30: Nebräisch

Da ich "berufsbedingt" [Ein nettes Wort, über das ich gerne lächle, weil es so gar nicht zu mir zu gehören scheint.] heute mehrmals mit der bei/in/unter Nebra gefundenen Himmelsscheibe zu tun hatte und mich mehrmals fragte, wie denn das korrekte Adjektiv für den Ort lautet, stellte ich fest, daß mir
"Nebräische Himmelsscheibe"
am besten gefällt und somit verdient, zum Tageswort erklärt zu werden.

[Im Hintergrund: Vintersorg - "Till Fjälls"]

FFFfF: Hektik

Duschen fetzt. Ich weiß, ich habe das bereits mehrere Male erwähnt, doch wiederhole es gerne noch weitere, unzählige Male. Schließlich scheint es zuweilen so zu sein, als träufelten die Ideen aus der Brause direkt auf/in meinen Schädel. Nicht alle sind gut, das gebe ich zu, aber viele sind zumindest verwertbar und erwirken nach mehrmaliger Im-Kopf-Umherwälzerei einen neuen Comicstrip.

So wie heute.

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[Im Hintergrund: Swallow The Sun - "The Morning Never Came"]

Montag, 21. November 2005

Einfach

G ruft an. Einfach so. Fragt nach Dingen, das Internet betreffend, von denen ich Ahnung habe. Ich antworte. Er hat keine Zeit, erkundigt sich kurz nach anderem, doch muß bald auflegen. Ihn eilt es.

Nach wenigen Augenblicken schon endet das Telefonat. Erfreut bemerke ich, daß dessen Länge und Inhalt keine Bedeutung für mich hatten, daß ich mich trotzdem wohl fühle, weil an mich gedacht wurde - und sei es nur, um irgendetwas zu erfragen.

Denn ich weiß, daß G später noch einmal anrufen wird. Oder ich ihn. Daß es nicht nötig ist, zwingend tausend Dinge in wenige Sekunden zu stopfen. Daß die Zeit nicht drängt. Nicht wirklich.

Es ist nicht nötig, sich zu erklären oder Erklärungen zu fordern, nicht nötig, irgendetwas beweisen, klarstellen zu müssen.

Für einen Moment ist alles einfach.

[Im Hintergrund: Arch Enemy - "Wages Of Sin"]

Der störende Fetzen

Ich beobachtete diesen Mann nun schon mehrere Minuten lang. Er war mir unsympathisch, und ich fragte mich, warum. Hin und wieder tauchte er auf, dort, in dem Hauseingang auf der anderen Straßenseite, trug stets eine paar, fünf oder sechs, Holzblöcke unter dem Arm, verlud sie auf einen vergitterten Anhänger.

Woher kamen die Holzklötze, fragte ich mich. Ich hielt es für unwahrscheinlich, daß dort irgendwo auf dem Innenhof ein nun gefällter Baum stand, dessen hölzerner Leib in handliche Stücke zerlegt worden war. Bäume waren eine geschützte Seltenheit, hier, mitten in der Stadt. Also hatte irgendwer irgendwer aus irgendeinem Grund diese Holzblöcke, die der unsympathsicher Mann nun anch außen brachte, ins Innere gebracht. Warum nur?
Gab es hier Kamine? Das wäre mir neu gewesen.

Der Mann kam zurück, warf unwillig seine hölzerne Last auf den Anhänger, sah sich nicht um, ging zum Eingang zurück.

Er bemerkte etwas. Auf dem Boden des Hausflures lag ein Fetzen, ein kleines Stück Papier, das sich durch Wind und Wetter hierhin verirrt hatte und nun die glänzende Reinheit des Hausflurs und somit das Sauberkeitsempfinden des Unsympathen störte. Wie konnte ein solch winziges Stück Papier es wagen, sich auffällig in den Weg zu legen, dorthin, wo jeder Hausbewohner, jeder Besucher, ein Blick darauf zu werfen, die fehlende Sauberkeit zu bemängeln vermochte? Es mußte beseitigt werden. Umgehend.

Der unsympathische Mann scharrte mit seinem rechten Schuh über den Boden, bewegte das Papier ein bißchen, trat mehrere Male nach, schleifte es mühevoll in Richtung des Ausgangs, in Richtung Straße. Einfacher wäre es gewesen, sich zu bücken und das Papierstückchen aufzuheben. Doch diese Arbeit schien ihm, der schwere Holzklötze aus dem Hausinneren auf seinen Anhänger verfrachtet hatte, zu aufwendig.

Ein paar Sekunden und mehrere kreiselnde Fußbewegungen später erhob sich der Fetzen endlich, trudelte ein paar Zentimeter in die Höhe, bekam einen Schubs vom unsympathischen Mann und flatterte lautlos aus dem Hauseingang hinaus. Er landete auf dem Fußweg, wo er sich zu Kaugummipapier und Hundekot gesellte. Noch immer lag er jedem eintretenden Hausbewohner im Weg, in Sichtweite, verunzierte mit seiner Müllhaftigkeit den Zugang zum Hausinneren.

Doch dem Mann schien das egal zu sein. Schließlich lag der Fetzen nicht länger im privaten Bereich des Hausflurs, sondern auf dem öffentlichen Fußweg. Das, was allen gehörte, interessierte ihn nicht. Das Eigene mußte rein bleiben, das war wichtig.
Zufrieden mit seinem Werk, zufrieden mit der noch nicht einmal einen Meter Weite erreichenden Deposition eines unbedeutenden Papierfetzens verschwand der unsympathische Mann erneut im nun bereinigten Hauseingang.

und dann

und dann

der tag
an dem das lächeln stehenbleibt
innehält
als wär es mein

der augenblick
in meinem kopf
als bild für
ewigkeiten

der tag
an dem das leben mich entfesselt
erfindet
als wäre es mein

für immer.

De felicitate

Glück gibt es nicht. Dessen bin ich mir sicher.

Zumindest ist das Glück, das totale, unendliche, nicht greifbar, nicht findbar, inexistent. Ich glaube, daß Glück eine Sache ist, über die man sich nachträglich bewußt werden muß. Es fällt schwer, den Augenblick zu loben, weil er sofort wieder enteilt ist und dem Gedanken wich, daß der vergangene Augenblick womöglich voller Glück gewesen war. Leichter hat man es, will man die Vergangenheit betrachten und in ihr Dinge finden, die entzücken, berühren, die das innere Lächeln nach außen kehren.

Wenn ich mich selbst befrage, vermag ich nicht festzustellen, an diesem oder jenem Tag, in derundder Woche glücklich gewesen zu sein. Nein, ich fühlte mich glücklich, als der heiße, süße Pfefferminztee meine Kehle hinunterrann. Oder als ich neulich auf dem Bett lag und begriff, daß ich froh darüber bin, ich zu sein, hier, jetzt und für immer.

Die Suche nach dem totalen Glück, nach der Perfektion des Seins muß im Chaos enden. Schließlich ist die menschliche Natur so beschaffen, daß nur der Kontrast zweier Gegensätze die eine oder andere Seite begreiflich zu machen vermag. Gibt man sich ständigem Glück hin, verliert man das Gefühl dafür und vergißt gar den eigenen Zustand. Nebensächlichkeiten werden zu ungewollten Unglücken, die wiederum natürlich in der Lage sein können, die winzigen Höhepunkte auf der eigenen Glücksgebirgskette hervorzuheben.

Zum Glück bedarf es jedoch nicht zwangsläufig des Unglücks. Nein, selbiges ist nun einmal, was es ist, und wird schwerlich zu Glück führen. Für Glück bedarf es eines Selbstverständnisses, eines Blickes auf das eigene Sein und Wollen. Die Perfektion liegt nicht im groben Großen, sondern im Detail, in den Winzigkeiten, die Freude bereiten, in den unbemerkten Nebensächlichkeiten, die letztendlich aber mehr bedeuten als alles andere.

Zum Glück bedarf es der Gabe des Sehens, der Selbstreflexion. Schon sich selbst sagen zu können - und oft geschieht das mit einem fragenden Unterton des Erstaunens - "Mir geht es gut.", vermag auszureichen, um für einen Moment Glück zu finden.

Blicke ich auf mein Leben, entdecke ich Unzulänglichkeiten und Unfreuden in großen Mengen. Doch horche ich in mich hinein, spüre ich, daß irgendwie der Moment richtig und gut ist, daß ich mich wohl fühle mit dem, was ist. Ich sehe, daß die Zukunft sich nicht in ursprünglich gewünschte Richtungen bewegt, daß mein Weg durch Welten führt, die ich nicht immer zu begehen wünschte. Doch ich finde mich damit ab und harre vorfreudig der Dinge, die mich erwarten.

Mir geht es gut.
Und, ja, ich bin glücklich.
Hier und jetzt.

[Im Hintergrund: Dornenreich - "Hexenwind"]

FFFfF: Kriechtiere

Die Idee zum 63. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip spukte mir bereits etwa zwei Wochen durch den Schädel, funktionierte aber nie richtig. Erst neulich unter der Dusche gelang es mir, sie einigermaßen amüsant und umzusetzbar zu gestalten.

Fazit: Ich sollte öfter mal duschen.
Oder so.


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Sonntag, 20. November 2005

FFFfF: Notizzettel

Obgleich der 62. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip schon längst fertig ist, veröffentliche ich ihn erst jetzt, zu später Sunde. schließlich verweile ich dereit woanders.

Und so.


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[Im Hintergrund: Adorned Brood - "Old Great Master"]

Samstag, 19. November 2005

Die dreifachen Tode des Lichts

Unlängst geschah es, daß ich zu später Stunde, als längst nächtliches Schweigen die Räume überflutet hatte, das Badezimmer aufsuchte, um mich dort zu reinigen und letztendlich - mit sauberem Antlitz und ebensolchen Zähnen - auch selbst in süßen Traumtiefen versinken zu können. Doch kaum hatte ich den Badezimmerlichtschalter berührt, explodierte die Dunkelheit in mein Auge. Ein greller Lichtblitz sprang mir entgegen, begleitet von einem wohl harmlosen, doch in der vorherigen Stille erschreckenden Knall, der mich zusammenzucken ließ.

Der undurchdringlichen Finsternis zum Trotz erkannte ich das Problem und fing sogleich an, es zu beseitigen, indem ich die nun defekte Glühbirne ["Glühlampe, heißt das, du Idiot!", mögen mir jetzt unwillige Deutschpenibler zurufen; doch ich höre nicht hin und bleibe bei meiner fruchtigeren Variante.] vorsichtig ertastete und ausschraubte. Die Vorsicht war überflüssig, ließ ich es doch an ihr fehlen, als ich die gläserne Birne fest in den Händen zu halten glaubte. Sie entglitt meinen Fingern, fiel auf den teppichgepolsterten Badezimmerboden, rollte weiter über die - bei Tageslicht sauberweiß blitzenden - Kacheln und verkroch sich dann unter den Schrank, wo sie beschloß, ihren Zustand nicht länger bewahren und dem keramischen Drängen von außen nachgeben zu wollen - und zerbrach.

Ich seufzte, suchte vergebens in der Abstellkammer und an anderen, abwegigeren Orten nach einer Ersatzglühbirne, doch fand keine außer derjenigen, die normalerweise von der Decke meines eigenen Zimmers zu baumeln pflegte. Es hatte Zeiten gegeben, da war die glühbirnenbefüllte Fassung, die derzeit kahl und schmucklos aus dem Deckenloch ragte, von einer ästhetischen Lampe umhüllt, doch mußte sie ebenso wie ich feststellen, daß niedrige Zimmerdecken zwar den Vorteil bieten, im Bedarfsfall in Sekundenschnelle ohne Benutzung jeglicher Hinaufsteighilfsmittel einen Glühbirnenwechsel vornehmen zu können, doch auch den Nachteil in sich bergen, Lampen auf derart geringen Höhen zu postieren, daß sie meinen wild herumgeschleuderten Körperteilen optimale Ziel- und Angriffsfläche bieten, selbst wenn ein solcher Angriff von mir nicht erwünscht wird.

Kurz und gut, ich beraubte meine nichtexistente Lampe ihrer Birne, wissend, daß noch zwei weitere, eine Schreibtischsteh- und eine Leselampe, ausreichenden Lichtersatz bilden würden, und begab mich zurück ins Badezimmer, wo ich nach raschem Schrauben mit neu-alter Glühfrucht das Splittergeschehen beleuchten konnte.

Eine Kehrblech-Handfeger-Kombination einsetzend beseitigte ich alle findbaren Scherben, befestigte aber trotzdem einen warnenden Zettel im Badeingangsbereich, darauf hinweisend, daß Barfüße hier - bis zur nächstmorgendlichen Gründlich-Reinigung unangebracht seien. Im 60-Watt-Schein bemerkte ich, daß die zerschollene Birne erstaunlich wenig Schaden davon getragen hatte, war doch mehr oder minder schlichtweg nur das Gewinde herausgebrochen und somit nur eine Minimalzahl Scherben generiert worden.

Wissend, jeden Schaden annehmbar beseitigt zu haben, trug ich das glasstückbewehrte Kehrblech zu Mülleimer, wo ich die scharfkantigen Birnenstücke dem Eimerinhalt übereignete. Leider füllte dieser das Behältnis bereits ausreichend, so daß mein gläserner Abfall auf der anderen Seite des Eimers wieder aus selbigem floh, vierzig Zentimeter tief fiel und ein weiteres Mal zerbrach, unbeeindruckt von dem ungewöhnlichen Umstand, daß sie, die Glühbirne, nun zum dritten Mal kaputt gegangen war.
Merklich schlechterer Laune kehrte ich die zusätzlichen Scherben auf und verfrachtete sie abermals ins Eimerinnere, sorgsam auf ihren dortigen Verbleib achtend.

Wenige Stunden später betrat A beschämt mein Zimmer. Denn auch ihr war gelungen, was eine Nacht zuvor mir vorbehalten gewesen war: Die Zerstörung einer Glühlampe. Diesmal hatte die Flurlampe Nummer Eins ihren letzten Lebensfunken ausgestrahlt, war knall- und klanglos ins ewig graue gewichen. A schien verstört, glaubte sie doch Schuldzuweisungen von meinen Lippen saugen zu können. Doch ich lächelte, erzählte von meinem Dreifachmord.

Noch bevor weitere dreißig Minuten vergangen waren, hatte ich mich auf meine Bettdecke gekniet, unter der versehentlich meine teleskopische Leselampe geweilt hatte, deren metallene Teleskopstangen nun mittels eines Knickes plastisch verformt waren. Mit 'Kein Problem!' glaubte ich das klirrende 'O nein!' in meinem Schädel besänftigen zu können - doch irrte. Denn sobald ich die Lampe berührte, erstarb sie, zerfiel in mehrere Teile, als hätte sie nur auf mich, auf eine letzte Segnung, gewartet.

Etwas verwundert stand ich auf und resümierte: Innerhalb eines Tages hatten A und ich drei Lampen in den Tod getrieben. Leselampe. Flurlampe. Badlampe. Letztere erdreistete sich sogar, dreifach zu sterben.

Ich schüttelte den Kopf, freute mich über die einzig verbliebene Lichtquelle in meinem Zimmer, schaltete sie, die Schreibtischlampe, ein und notierte mir, ausreichend beleuchtet:
"Glühbirnen kaufen."

[Im Hintergrund: Dismal Euphony - "Soria Moria Slott"]

FFFfF: Bitterkalt

Der 61. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip, inspiriert durch... nun ja... durch das Wetter. Klingt langweilig, ich weiß. Ist es aber nicht. Hoffe ich.

Udn so.


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[Im Hintergrund: Stillste Stund - "Blendwerk Antikunst"]

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