Verschlafen. Ein großes Wort für eine Sache, deren Bedeutung für mich kaum existiert. Schließlich bedarf es keines präzisen Zeitpunkts, zu dem ich meiner Arbeit nachzugehen habe. Ich habe freie Auswahl, und solange ich die erforderlichen Stunden erbringe, ist sogar mittägliches Auftauchen akzeptabel.
Wenn das Erwachen eine Stunde nach dem Weckerklingeln erfolgt, ist es also nicht Panik, die mich erfüllt. Nur ein Seufzen verlässt meine Lippen, bevor ich in derselben Geschwindigkeit wie jeden Morgen den Weg zum Bad suche, um mich dort der Reinheit und allmählichem Entmüden hinzugeben.
Allmählich spüle ich schläfrige Trägheit von meinem Leib. Ein Ohrwurm meldet sich plötzlich zu Wort, singt "Runaway Train" in meinem Kopf. "Runaway Train"?, wundere ich mich, und mein noch dämmriges Denken braucht eine Weile, um nicht nur Melodie und Refrainfragmente, sondern auch den Interpreten hervorzukramen. Soul Asylum.
Mit der Erinnerung kommt auch die Erinnerung daran zurück, dass das Video damals lauter vermisste Kinder zeigte - und wohl erfolgreich ein paar von ihnen zurückbrachte. Und daran, dass ich den Song eigentlich nie mochte.
Als ich ein paar Minuten später Müsli in mein Antlitz schiebe, ist es plötzlich "Fjara", das durch meinen Schädel wurmt. Sólstafir also. Schon wieder. Ich schmunzle zufrieden, und ein paar Haferflocken fallen mir aus dem Mund.
Ich wollte gerade die Strecke überqueren, als ich die Schnecke sah.
Sie kam von rechts, hatte also Vorfahrt. Ich hielt an und stieg vom Rad. Die Schnecke bewegte sich nicht.
Ich wartete. Die Schnecke bewegte sich nicht.
Ich wartete noch ein bisschen. Die Schnecke hatte eindeutig Vorfahrt. Sie kam schließlich von rechts.
Sie bewegte sich nicht.
'Wahrscheinlich ist sie nur sehr langsam.', dachte ich.
Die Schnecke bewegte sich nicht.
'Sehr sehr langsam.', korrigierte ich mich in Gedanken.
Die Schnecke bewegte sich nicht.
'Andererseits', überlegte ich, 'besteht die Schnecke hauptsächlich aus einem Haus. Und Häuser haben üblicherweise keine Vorfahrt.'
Ich schaute die Schnecke an. Sie schien sich ein paar Millimeter vorwärts bewegt zu haben. Aber ich war mir nicht sicher.
'Ich fahr jetzt einfach.', dachte ich und stieg auf mein Rad.
Die Schnecke bewegte sich nicht.
"Ich fahr jetzt einfach.", sagte ich vorsichtshalber, falls es sich die Schnecke noch einmal überlegen sollte.
Die Schnecke bewegte sich nicht.
Ich radelte über die Kreuzung, an der Schnecke vorbei - und wich im letzten Moment einem Frosch aus,
"Ey.", quakte der Frosch. "Ich hatte Grün!"
Ich nickte einsichtig und wartete, bis der Frosch vorbeigehüpft war.
[Dies ist nicht mehr als der Versuch, eine totgeglaubte Rubrik zu reanimieren, beziehungsweise wild und relativ zusammenhangslos vor mich hin zu schreiben.]
Wenn irgendwo ein Fernseher läuft, habe ich Schwierigkeiten wegzusehen. Gesprächsverläufe leiden, bloß weil hinter meinem Gegenüber ein Bildschirm flackert. Vor dem Fernseher einzuschlafen, vermag ich nicht - und das nicht nur, weil ich keinen Fernseher besitze.
Seit kurzer Zeit besitze ich aber eine für mein Telefon geeignet Lautsprecheruhr. Radioweckeresk wird mir die Zeit angezeigt (was mir Halbblinden erst bei Minimalentfernung von Nutzen ist), und wenn ich den im Telefon integrierten Musikabspieler mit den Lautsprechern kombiniere, ertönen erquickliche Klänge in ebensolcher Qualität.
Hörbücher böten sich an, vor dem Einschlafen vernommen zu werden, bis der Geist selig von dannen schlummert. Doch Hörbücher sind Fernseher für die Ohren. Stundenlang läge ich wach und lauschte dem Vorgelesenen. Oder ich verlöre die Geduld und schaltete das Gerät manuell ab. An ein sanftes Wegnicken wäre nicht zu denken.
Mit Musik klappt es. Manchmal. Wenn meine Stimmung der des Lautguts entspricht. Wenn sie leise genug ist, um nicht zu stören. Wenn ich den Text nicht gut genug kenne, um mich ständig davon abhalten zu müssen, um Geiste mitzusingen. Wenn die Müdigkeit mich bereits zu zwei Dritteln verspeiste und mir meine Umgebung relativ egal wurde.
Dann klappt es. Dann kann ich den Geist treiben lassen und zu angenehmer Abendausklangsmelodie in den wohlverdienten Schlaf gleiten. Dann kann ich mich in den letzten Wachminuten noch entspannt und erfreut dem Ohrenschmaus hingeben und jeden Gedanken durch Lieblingstöne ersetzen lassen. Dann klappt es.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass ich manchmal nach dem Aufwecken - für das abermals die Telefon-Uhr-Lautsprecher-Gerätekombination zuständig ist - Restklänge in mir herumtrage, einen Ohrwurm in mir entdecke, der mich unter die Dusche begleitet und somit den neuen Tag einläutet.
Gestern lauschte ich dem Neuwerk der isländischen Band Sólstafir. "Svartir Sandar" heißt das Album, und begeistert mich nicht weniger als dessen Vorgänger "Köld". Doch nicht einmal das erste Lied "Ljós o Stormi" hatte ich vollständig anhört. "Tut mir Leid.", hatte ich gemurmelt und mich der Übermacht des Schlafes hingegeben.
Dennoch blieb mir Sólstafir im Kopf und begrüßte mich beim Erwachen. Allerdings haben meine Isländischkenntnisse einen Hang zur Nichtexistenz, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich mein Kopf über Nacht klammheimlich ein englischsprachiges Lied vom Vorgängeralbum wählte, um es mir am Morgen als Ohrwurm zu präsentieren.
"Love is the devil / and I'm in love" sang ich also innerlich, und fragte mich, ob auch nur eine der beiden Zeilen wahr sei.
Ich hatte gerade die Straße überquert, da begegnete ich eine Grashalm. Nun mag es nichts besonderes sein, einem Grashalm zu begegnen, doch dieser war anders. Irgendetwas stimmte mit ihm nicht.
"Hallo.", grüßte ich ihn vorsichtig, und der Grashalm wippte mir freundlich zu. "Hallo."
"Du bist ein Grashalm?", fragte ich, und Unsicherheit quoll mir aus jeder Silbe.
"Äh... genau.", meinte der Grashalm. Er log, das hörte ich sofort. Lügende Grashalme erkenne ich aus zweieinhalb Metern Entfernung.
"Du lügst!", rief ich.
Der Grashalm erbraunte. Eigentlich errötete er, doch in Anbetracht des vielen Chlorophylls war es ihm nur möglich zu erbraunen. Es sah aus, als wäre er plötzlich um Jahre gealtert, und seufzte.
"Ich gebe es zu: ich bin kein Grashalm. Ich bin ein Löwenzahnblatt, das sich als Grashalm tarnt."
Ich schaute mir den Grashalm noch einmal genauer an. Ein Löwenzahnblatt war er also. Aha.
"Glaub ich nicht.", sagte ich.
Der Grashalm, der eigentlich ein Löwenzahnblatt war, seufzte erneut.
"Na gut.", meinte er. "Ich gebe es zu. Aber sag es nicht weiter."
Ich lauschte gespannt.
"Ich bin in Wirklichkeit ein Grashalm. Ein Grashalm, der sich als Löwenzahnblatt tarnt, das sich als Grashalm tarnt."
Ich nickte. Das klang plausibel.
"Das klingt plausibel.", sagte ich und verabschiedete mich.
Als ich auf das Rad stieg, blies mir eine Windböe ins Gesicht.
"Ey!", sagte ich. "Könntest du das bitte unterlassen?"
"Aber das ist mein Job.", wisperte die Windböe.
"Mir ins Gesicht zu wehen?"
"Wehen im Allgemeinen.", erklärte die Windböe. "Unabhängig von Orten."
"Ach.", sagte ich und überlegte.
Die Böe wehte fleißig herum und zerzauste mein Haar.
"Wenn dein Job aus Wehen besteht", begann ich nach einer Weile. "Solltest du dich dann nicht um hochschwangere Frauen kümmern?"
Ich hatte noch nie Luft nicken sehen, doch die Böe tat es. Dann war es ruhig.
Ich lächelte und fuhr los. Ohne Gegenwind.
Am Wegesrand saß ein Marienkäfer. Er hatte unter einem Blatt Schutz vor dem Regen gesucht und lugte nun, da der Himmel sich allmählich lichtete, vorsichtig darunter hervor.
"Hallo!", begrüßte ich ihn, denn ich bin ein höflicher Mensch.
"Äh... Hallo.", antwortete der Marienkäfert etwas zerstreut. "Ich habe keine Zeit zu plaudern. Muss jetzt los."
Und schon hatte er seine Flügelchen ausgebreitet und war losgeflogen. Dort, wo er eben noch gesessen hatte, blieben nur sechs schwarze Krümel zurück.
"Krümel?", wunderte ich mich und besah sie genauer.
"Punkte!", erkannte ich und rief dem Marienkäfer hinterher: "Du hast deine Punkte vergessen!"
Wenige Augenblicke später saß der Marienkäfer erneut unter dem Blatt. Hastig sammelte er seine Punkte ein.
"Dankedanke.", sagte er. "Ich bin in letzter Zeit so vergesslich."
"Keine Ursache.", wehrte ich ab.
"Jetzt muss ich aber los.", meinte der Marienkäfer und breitete seine Flügelchen aus. Doch er blieb stehen und regte sich nicht.
Nach einer Weile des lautlosen Stillstehens fragte ich vorsichtig: "Wolltest du nicht losfliegen?"
"Bin ich doch längst.", sagte der Marienkäfer, stutze und blickte an sich hinab. "Ich habe allerdings meinen gesamten Körper vergessen."
Er schaute mich entschuldigend an und lächelte unsicher. "Ich bin in letzter Zeit so vergesslich."
"Warte mal.", sagte ich und kramte in meiner Innentasche. "Der hilft gegen Vergesslichkeit.", sagte ich und reichte dem Marienkäfer einen siebten Punkt.
Der Marienkäfer war sichtlich entzückt. "Danke!", freute er sich, und der Punkt sah großartig an ihm aus.
"Nun muss ich aber los.", sagte der Marienkäfer, breitete die Flügelchen aus und flog davon.
"Allerdings weiß ich nicht mehr, wohin.", hörte ich noch, dann war er verschwunden.
Ich hatte gerade die Dusche verlassen, als es klingelte. Hastig wickelte ich den Duschvorhang um meinen triefenden Leib und rannte zur Tür. Bevor ich ankam, klingelte es erneut. "Jaja!", rief ich und betätigte den Haustüröffnungsknopf. Dann riss ich die Wohnungstür auf und trat hinaus.
Draußen stand ein Triceratops und kaute auf meiner Zeitung herum. Seine drei Hörner zeigten in meine Richtung, und beinahe wäre ich hineingerannt.
"Guten Morgen.", grüßte der Dinosaurier, der eigentlich längst ausgestorben sein müsste. "Ich wurde beauftragt, Ihnen mitzuteilen, dass sie im Gegensatz zu anderen Tagen am heutigen keinerlei merkwürdige Begegnungen erleben werden."
"Aha.", sagte sich, denn um diese Uhrzeit bin ich nur selten imstande, mehr als zwei Silben aneinanderzureihen.
Der Dinosaurier nickte. "Außerdem sei erwähnt, dass ihnen auch jeglicher anderer Hinsicht nichts Aufregendes passieren wird." Der Triceratops drehte sich um und lief die drei Stufen zur Haustür hinab. Er war schon fast draußen, als ich noch einmal zurückblickte. "Abgesehen natürlich davon, dass sie ohne Kleidung vor verschlossener Wohnungstür stehen werden."
"Verschlossen...?", wollte ich fragen, da fiel die Tür hinter mir zu.
"Mist.", sagte ich. Ich atmete tief durch und klingelte. Konnte ja nicht schaden. Einmal. Zweimal.
"Keiner da.", rief der Triceratops von innen und kicherte.
Als ich durch den Park lief, begegnete ich einem Kapuzineräffchen. Es wollte gerade eine Buche hinaufklettern und schaute mich, als es meine Schritte vernahm, neugierig an.
"Hallo Kapuzineräffchen!", grüßte ich fröhlich und wäre am liebsten zum Äffchen gerannt, um sein niedliches Gesichtchen zu küssen. Es sah mich verdutzt an.
"Hallo Kapuzineräffchen!", grüßte ich noch einmal und winkte. Seine Äuglein funkelten und seine winziges Näschen glänzte ein wenig. Vielleicht vor Freude.
"Hallo Kapuzineräffchen!", grüßte ich ein drittes Mal und grinste über das ganze Gesicht.
"Ich bin kein Kapuzineräffchen!", rief das Kapuzineräffchen und versuchte, mich böse anzusehen. Doch Kapuzineräffchen sind selbst dann noch drollig, wenn sie einen böse anstarren. Ich kicherte.
Das Kapuzineräffchen tat zwei Schritte auf mich zu und wiederholte dann: "Ich bin kein Kapuzineräffchen!" Die Kapuzineräffchenohren wackelten aufgeregt. "Ich bin ein Meerschweinchen!"
Nun war ich verdutzt. Ein Meerschweinchen? Damit hatte ich nicht gerechnet.
"Ich bin ein Meerschweinchen!", rief das Kapuzineräffchen, das keines war, trompetete kurz mit seinem Rüssel und stampfte davon.
Ich betrachtete mich im Spiegel. Zupfte am Jacket. Es passte wie angegossen. Und selbst die Anzughose fühlte sich nun, nachdem ich sie in die Reinigung gegeben hatte, wieder an, als wäre sie maßgeschneidert. Nur die Fliege saß nicht richtig.
Ich seufzte, schaute noch einmal in den Spiegel, schüttelte mit dem Kopf. Nein, so konnte ich mich nicht auf die Straße wagen. Sicherlich war das nur ein kleines unwichtiges Detail, doch der Perfektionist in mir wollte es richtig haben. Richtig richtig.
Ich schaute auf die Fliege. Sie gefiel mir. Ich hatte sie bereits gemocht, als ich sie geschenkt bekam. Andere hätten vielleicht verwundert gefragt, was sie mit einer Fliege sollten. Ich hingegen wusste, dass sie zu mir passte. Nicht nur zu meinem Anzug, sondern tatsächlich zu mir. Eine Fliege war ... klassisch.
Doch sie saß nicht richtig.
Ich blickte in den Spiegel. Legte den Kopf schief. Starrte die Fliege an.
"Setzt dich richtig hin!", sagte ich zu ihr. Sie flatterte kurz mit den Flügeln und brummte missmutig.
"Los!", sagte ich.
Die Fliege setzte sich richtig hin.
"Du weißt doch, dass du Rückenschmerzen bekommst, wenn du nicht gerade sitzt.", meinte ich zu ihr in versöhnlicherem Tonfall.
Die Fliege nickte betreten.
"Ich hab dich lieb, kleine Fliege.", sagte ich zu dem Flügelwesen auf meiner Schulter, strich meine Krawatte ein letztes Mal glatt und ging los.
Am Wegesrand entdeckte ich einen viereinhalb Meter hohen Stein. Beinahe hätte ich ihn übersehen, denn der riesige Stein war äußerst unauffällig. Meine Blicke glitten immer wieder von ihm ab. Er schien sich große Mühe zu geben, nicht entdeckt zu werden.
"Hallo Stein.", begrüßte ich ihn.
"Hallo.", antwortete er leise, mit einer Stimme, die auch Windhauch hätte sein können. Oder das Rauschen eines vorbeifahrendes Autos.
"Du bist ziemlich unauffällig.", sagte ich.
"Mmmh.", sagte der riesige Stein und versuchte zu nicken.
"Du gibst dir wohl ziemlich große Mühe, nicht aufzufallen?", fragte ich.
"Hier drüben bin ich.", sagte der riesige Stein, und ich drehte mich um. Tatsächlich: Meine Blicke waren von dem unauffälligen riesigen Stein abgeglitten, und ich hatte ihn innerhalb weniger Sekunden völlig aus den Augen verloren.
"Du gibst dir wohl ziemlich große Mühe, nicht aufzufallen?", fragte ich erneut.
Der riesige Stein antwortete nicht, und plötzlich wusste ich nicht mehr, wo er sich befand.
"Stein?", fragte ich, doch der riesige Stein hatte seine Anstrengungen verdoppelt und war nun unauffälliger als ein kirschkerngroßes Chamäleon.
Der riesige Stein schwieg, und ich erblickte ihn nicht länger.
"Du bist echt gut.", lobte ich ihn. Der riesige Stein lächelte, doch ich sah es nicht.
Ich lächelte ebenfalls. Wenige Augenblicke später hatte ich vergessen, warum.
Auf der Wiese saß ein Frosch. Er sah verlockend hübsch aus, und in Windeseile hatte ich den Weg verlassen und mich ihm genähert. Er quakte leise, und ich konnte nicht anders, als sein Quaken wundervoll und niedlich zu finden.
"Hach.", sagte ich verzückt und setzte mich neben den bezaubernd aussehenden Frosch. Dieser hüpfte ein wenig von mir weg und quakte dann erneut.
"Hihi.", gluckste ich vor Freude, und bevor ich darüber nachdenken konnte, grifff ich das kleine grüne Tierchen und küsste es.
"Quak.", sagte der Frosch traurig, und es hätte auch ein Seufzen sein können.
Plötzlich geschah es: Ein Zischen und Wuschen erfüllte die Luft. Die Welt verzerrte sich für einen Augenblick, meine Sinne wurden schwer, und mein Kopf schien explodieren zu wollen. Als ich wieder zu mirkam, war der Frosch verschwunden. Doch neben mir stand ein wunderschöner Prinz.
"Oh nein.", seufzte der wunderschöne Prinz. "Nicht schon wieder."
"Wieso?", wollte ich wissen. "Was ist denn los?"
"Ach.", seufzte der wunderschöne Prinz. "Ständig küsst mich jemand, und dann verwandle ich mich in einen Prinzen. Ich will aber lieber ein Frosch sein."
"Ui.", sagte ich und überlegte. "Kann man dich nicht irgendwie zurückverwandeln?"
Der wunderschöne Prinz schüttelte traurig mit dem Kopf.
"Es geht schon. Ich muss nur jemanden finden, der mich NICHT küsst."
"Und?"
"Ich bin so wunderschön. JEDER will mich küssen."
Er hatte recht. Selbst ich, der eigentlich lieber Frösche als Prinzen küsste, konnte mich kaum zurückhalten.
"Wie wär's hiermit?", fragte ich und reichte ihm zweieinhalb Knoblauchzehen. "Einfach zerkauen und abwarten."
Der wunderschöne Prinz schaute mich skeptisch an.
"Und falls das nicht hilft.", ergänzte ich. "Sag einfach, dass du ein Freund von mir bist. Das schreckt jeden ab."
"Danke.", meinte der wunderschöne Prinz unsicher.
"Nichts zu danken.", antwortete ich und gab ihm einen Abschiedskuss.