Mittwoch, 19. Oktober 2005

Böse Absichten

"Angreifer 1 verhält sich passiv und versucht, durch Abhören der Übertragungsstrecke vertrauliche Daten zur mißbräuchlichen Verwendung auszuspähen."
[aus: Klaus Finkenzeller - "RFID-Handbuch]

Man merkt, daß ich versuche, meine Studienarbeit voranzutreiben. Allerdings soll es darum nicht gehen, sondern nur eine Wortgruppe erwähnt werden, die mir sehr gefällt:
zur mißbräuchlichen Verwendung.

Das klingt gut, wirklich gut.

Wenn ich das nächste Mal irgendetwas Befremdliches fordere oder wünsche, kann ich die auftauchende, mißtrauische Frage mit einer optimalen, freundlich-höflichen Antwort bestücken:

"Wofür brauchst du das?"
"Zur mißbräuchlichen Verwendung."
"Ach so. Na, dann ist ja gut."

[Im Hintergrund: Mortiis - "The Worst In Me"]

FFFfF: Maskerade

Juchhu! Eine weitere runde Zahl ist erreicht. Ich freue mich, halte das Vorwort aber kurz und präsentiere den 30. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip, der übrigens die Thematik des gestrigen Werkes fortsetzt...

Und so.


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[Im Hintergrund: Stillste Stund - "Nexus"]

Dienstag, 18. Oktober 2005

FFFfF: Das Gänseblümchen-Prinzip

Ich brauche sicherlich nicht zu erwähnen, daß ich heute mal wieder mit sich leerenden Stiften zu kämpfen hatte, weil es vermutlich auf Dauer nervt, diese Worte lesen zu müssen.

Interessanter ist hingegen der nicht unbedeutende Umstand, daß ich mir die Freiheit nahm, dem lieben Frederick einen eigenen Weblog zu basteln, in dem ab sofort unter http://frederick.twoday.net der tägliche Comic erscheinen wird.

Der Grund für den Extra-Blog liegt in dem Gedanken, daß es womöglich Menschen geben könnte, die sich ausschließlich für Fred und nicht den morastchen Krimskrams drumherum interessieren [potentielle Verleger beispielsweise ;)].
Außerdem war ich der Ansicht, daß es Fred verdient hat, allmählich einen eigenen Weblog zu besitzen.

Allerdings gehört Fred irgendwie imemr noch zu Morast, weswegen ich mich dazu entschloß, parallel zu veröffentlichen. Der tägliche Comic wird deswegen auch hier, unter morast.twoday.net, zu finden sein, so daß keine zusätzlichen Klickmanöver vonnöten sind.

Das einzige "Problem", das sich dabei ergeben könnte, ist, daß sich die Kommentare spalten. Allerdings stört mich das nicht sonderlich.

Also, schaut mal vorbei, wenn ihr nichts zu tun habt.

In diesem Sinne.


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P.S.: Ich hoffe, es fiel auf, daß ich heute nicht übermüdet zu sein scheine...

[Im Hintergrund: The Vision Bleak - "Carpathia"]

Montag, 17. Oktober 2005

FFFfF: Das Kostüm

Ich freue mich, weil es mir - obwohl ich selbsterverständlich bereits ziemlich müde war [Ich warte auf den Tag, an dem das Wort "müde" nicht im Vorwort erscheint.] - gelang, den heutigen, 28. "Fledermaus Fürst Frederick Von Flatter"-Comicstrip noch gestern [also kurz vor Mitternacht] fertigzustellen. Der Tag war lang und voller Krimskrams - und trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, meinen Vorsprung von einem Tag [Ich zeichne heute den Comic von morgen.] nicht welken, sondern bestehen zu lassen. Toll.

Nicht minder toll ist, daß ich mich mal wieder in die halloweenige Ecke wagte, also mehr oder minder so etwas wie eine Fortsetzung der bisherigen Halloween-Episoden schuf.
Auch ist erwähnenswert, daß Fred im letzten Bild so blickt wie es Käfer gewöhnlich tut.

Nun ja.


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[Im Hintergrund: Danzig - "Circle Of Snakes"]

Sonntag, 16. Oktober 2005

FFFfF: Ausverkauf der Weisheit

Nach einem Genuß [und anders kann ich es nicht bezeichnen] des aktuellen Wallace&Gromit-Films und dem Spontanbeschluß [Ja, ich weiß, das reimt sich - irgendwie.], auf den eigentlich geplanten Besuch der Depeche-Mode-Releaseparty zugunsten akuten Schlafbedarfs und potentieller Frühaufstehereien zu verzichten, verbleibt mir, bevor ich mich fast sehnsüchtig in mein kuschliges Bettchen begebe, fast nichts weiter zu tun, als den neuen, 27. "Fledermaus Fürst Frederick Von Flatter"-Comicstrip zu präsentieren, der Parallelen zu seinem gestrigen Vorgänger aufweist und in dem ein böse [eigentlich aber eher in seine Thematik hineingesteigerter] dreinblickender Käfer [der vermutlich in Zukunft tatsächlich "Käfer" heißen wird, während der Wurm wegen seiner Wiederbelebbarkeit von mir zwischenzeitlich als "Kenny" betitelt wurde, was aber die Jury {also ich} vehement ablehnte...] Premiere feiert und Gesellschaftskritisches[?] von sich gibt, das womöglich dafür sorgen könnte, daß der Gesamtwitz etwas flach bleibt, aber mich nicht daran hindert, mit gewissem Stolz darauf zu verweisen, noch immer im täglichen Zeitplan zu liegen [auch wenn ich noch nicht weiß, wie der Comic für morgen aussehen und gezeichnet werden wird], welcher übrigens ebenfalls vorsieht, auch ab und zu eine Mütze Schlaf zu bekommen, was ich jetzt, nach Vollendung dieses Satzes, zu praktizieren gedenke, allerdings nicht, ohne allen Lesenden einen wunderschönen Sonntag [den ich bestimmt haben werde, da meiner lieben Mami einen Geburtstagsbesuch abstatte] gewünscht zu haben und die beiden nicht zu vergessenen Schlußworte zu erwähnen:

Und so.


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[Im Hintergrund: Deftones - "Passenger"]

Samstag, 15. Oktober 2005

Ansteckungsgefahr

Ich muß es zugeben, auch wenn die Gefahr besteht, mich als un-individuell darzustellen [was eigentlich nicht funktionieren dürfte, da wir ja bekanntlich alle Individuen sind...], daß ich es liebe, Musik-Kritiken zu lesen, die sich auf kürzlich erschienene Alben beziehen.

Das Genre ist dabei - erstaunlicherweise - relativ egal, denn was ich suche, geht tiefer. Mich durch Wortschwülste wühlend sehne ich mich nach dem Feuer der Begeisterung, sehne ich mich danach zu spüren, daß der Rezensionsautor dem erscheinenden oder erschienenen Werk huldigt, es nicht nur schlicht gutheißt, sondern liebt, verehrt, Elemente daraus aufzählt, die ihn fesseln - und die womöglich imstande sind, auch mich zu fesseln.

Denn ich bin mir nicht zu schade, auch in mir eigentlich unlieben Genres nach Interpreten und Stücken zu kramen, die irgendwen mit Begeisterung bestückt haben, folge schnüffelnd der Spur innerer Euphorie, bis ich zu dem Punkt gelange, an dem ich diese bestätigen kann oder schulterzuckend als fremde, unerreichbar abhaken muß.

Doch leider gibt es viel zu viele unglaublich schlechte Musikkritiker, viel zu viele unglaublich schlechte Musikkritiken, angefangen von den fünfzeiligen Beurteilungen im regionalen Veranstaltungsmagazin über die musikalisch oft eingleisig berichtenden Spiegel-Online-Redakteure bis hin zu speziellen, eigentlich für meinen Geschmack ausgelegten Zeitschriften, in denen nicht nahegebracht werden kann, inwieweit das Album oder die Band zu bewerten ist.

Ich mag es nicht, wenn Menschen, denen bestimmte Musikrichtungen fremd sind, sich hinsetzen und Erscheinungen in dieser Kategorie mit einem Verriß bestücken. Noch weniger mag ich es allerdings, wenn die Schreibenden so tief in der Materie stecken, daß ich als Nahezu-Außenstehender nicht zu begreifen vermag, wovon die Rede ist.

Dergleichen finde ich häufig bei SpOn: Jan Wigger und seine Helfer beurteilen "Die wichtigsten CDs der Woche", und ich freue mich jedesmal, wenn ich immerhin eine oder zwei Bandnamen schon einmal in meiner Gegenwart erwähnt hörte.

Doch die Spezialisierung könnte ich noch akzeptieren, wäre da nicht der schreckliche, verallgemeinernde Schreibstil, der mich stets mit Verdruß füllt. Das "man" ist überall anzutreffen, als wären alle Lesenden eine große, ausschließlich guter [natürlich: "gut" auf SpOn-Weise] Musik lauschende Einheit. Dergleichen findet sich wieder, wenn von "wir" die Rede ist, von einer gemeinsamen Vergangenheit, die wir ja alle teilen - die allerdings Jahre vor meiner eigenen, persönlichen liegt -, von gemeinsamen Erfahrungen, die ich - vielleicht aufgrund meiner Ostblockwohnhaftigkeit, vielleicht wegen meines Alters, vielleicht aufgrund meiner "Szene"-Unkenntnis - niemals erlebte.

Ich mag es nicht, von mir unbekannten Bands zu lesen und Vergleiche zu zahlreichen anderen mir Unbekannten zu finden - ohne daß auch nur mit einem Wort erwähnt wird, um welchen Musikstil es sich dreht. Derlei verfährt auch gerne das Projekt 7, eine Magdeburger "Independent"-Tanz- und Konzertlokalität in ihren ankündigenden Flyertexten.

Ja, man könnte google bemühen oder sich mit dem räudigen realmedia-Format rumärgern, das amazon als Musik-Vorschau nutzt. Doch einfacher wäre es, zumindest zu erwähnen, in welche Richtung das Musikalische einzuordnen ist.

Derlei erlebe ich auch in mich interessierenden Musikmagazinen. Bei Bands, deren Diskographie mehr als drei Alben umfaßt, wird kaum noch auf die Musik und Inhalte Bezug genommen [weil das ja in der von mir nicht erlebten Vergangenheit genug getan wurde], sondern lieber Vergleichendes aufgeführt, um abzuschätzen, ob sich das neue Werk mit den Vorgängern messen kann.

Und doch verfalle ich immer wieder meiner Sucht: Entdecke ich eine begeisterte Bewertung, beschäftige ich mich mit dem Text und baue zugleich in mir den Wunsch auf, zumindest mal hineingehört zu haben in das, was jemandem anderes so viel Begeisterung vermacht hatte.

Zuweilen bin ich gefesselt, gefangen von der fremden Freude, lasse mich von ihr anstecken, lausche den Klängen, beeinflußt durch uneigenes Denken, und vermag Ähnliches zu empfinden, vielleicht sogar kurzschlußartig meinen CD-Bestand durch einen Spontankauf zu erweitern.

Allerdings sei eingestanden, daß es nicht einfach ist, mich in diesen Maßen zu begeistern. Zumeist verebbt der Fanatismus beim Reinhören, und enttäuscht stelle ich die CD ins Regal zurück. Enttäuscht nicht, weil ich schlechten Klängen lauschte, die nicht weil ich einer falschen Hoffnung aufsaß, sondern einzig und allein, weil ich nicht imstande bin, die fremde Begeisterung zu meiner eigenen zu wandeln.

Doch es geschah bereits, und es befinden sich einige Stücke in meiner Sammlung, die ich fremden Worten verdanke und die noch heute ein Flackern in meinen Augen entfesseln.
Und so lese ich weiter, lausche fremden Mündern, versuche mich zu öffnen, sauge Wissen in mich auf, vernehme neue Namen, die vielleicht alsbald auch aus meinem Munde begeistert erklingen werden.

[Im Hintergrund: Dimmu Borgir - "Blessings Upon The Throne Of Tyranny"]

Die Theorie von der nötigen Voraussetzung

Immer wieder erstaunlich für mich ist festzustellen, daß das Herunterfahren meines Rechners exakt so viel Zeit benötigt, wie ich brauche, um
- Monitor und Anlage auszuschalten
- aufzustehen
- einen Schritt ins Zimmer zu machen
- zurückzublicken
- mich zu wundern, warum der Rechner immer noch Arbeitsgeräusche von sich gibt
- den Monitor wieder anzuschalten
- darauf zu warten, daß sich allmählich das Bild einstellt
- und in dem Moment, in dem die Monitorschwärze einem sichtbaren Bild weicht, zu vernehmen, daß der Rechner aufgehört hat rumzulärmen und nun endgültig aus ist.

Das läßt die Theorie aufkommen, daß der Rechner erst dann komplett herunterfährt, wenn ich mich dazu bequeme nachzuschauen, warum er noch immer läuft.

Diese Theorie bestätigt sich durch ein anderes Erlebnis, bei dem mein Mitbewohner und ich vor der Mensa auf seine Freundin warteten. 13 Uhr sollte sie eintreffen, und mittlerweile war es zehn Minuten danach.
"Normalerweise würde ich jetzt reingehen.", meinte mein Mitbewohner. "Jedoch kann ich drauf wetten, daß sie genau dann hier eintrifft, wenn wir in der Mensa verschwunden sind. Also warten wir noch zwei Minuten."

Das erschien mir logisch, und ich willigte ein. Wir blickten aus dem Fenster, so daß wir den Mensavorplatz gut überschauen und ihre Ankunft frühzeitig bemerken konnten.
Doch sie kam nicht. Die zwei Minuten verstrichen, und auch in der Ferne war nichts von ihr auszumachen.

"Sie kommt erst, wenn wir in die Mensa gehen.", überlegte ich laut."Wahrscheinlich ist unser Betreten der Mensa sogar Voraussetzung für ihr Erscheinen."

Mein Mitbewohner schaute mich erstaunt an, als wäre ich fremden Welten entsprungen, blickte noch einmal kurz und ergebnislos nach draußen, zuckte mit den Shcultern und deutete mir, die Mensa zu betreten.

Es war voll, die Warteschlange lang. Und in dem Moment, da wir uns einreihten, stieß die Freundin meines Mitbewohners zu uns, begrüßte uns freudig. Die Augen meines Mitbewohners wurden groß vor Verwunderung.

"Sag ich ja.", grinste ich ihn an.

[Im Hintergrund: Janus - "Die Welt Steht Kopf"]

FFFfF: Lektüre

Heute verzichte ich auf ein langes Vorwort.

Und so.


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[Im Hintergrund: Stillste Stund - "Blendwerk Antikunst"]

Freitag, 14. Oktober 2005

Menschen 20: Sitzkissenersatz

Und dann war da noch die alte Frau, die auf der Bierkastenreihe vor mir saß, die, Bequemlichkeit suchend, ein Buch zwischen das harte Plastik und ihren breiten, in schwarzen Stoff gehüllten Hintern geklemmt hatte und vergnügt der Lesung lauschte, der auch ich Aufmerksamkeit schenken wollte, wäre da nicht das Buch unter ihrem Hintern gewesen, das mich immer wieder ablenkte, meine Blicke auf sich zog.

Warum mußte sie auch ausgerechnet Mirjam Münteferings Lesbenroman "Das Gegenteil von Schokolade" auswählen...?

[Im Hintergrund: Depeche Mode - "Playing The Angel"]

T

Daß ein fehlendes T aus einem Nachttisch einen Nachtisch und aus einer Nachtbar einen Nachbar macht, finde ich bemerkenswert.

Straßenbahnerlebnisse 12: Nicht ein einziges

Ich platziere mich rechts, am Fenster, ein Einzelplatz unweit der Tür. Ich liebe es, hier zu sitzen, aus dem Fenster zu starren und die vorbeigleitende Welt zu beobachten. Nicht minder liebe ich es, hier zu sitzen und meine Gedanken zwischen fesselnden Zeilen zu vergraben, hin und wieder aufzusehen und zu befürchten, die Aussteigehaltestelle zu verpassen.

Das Rumpeln der Straßenbahn gefällt mir, ihr schwerfälliges Anfahren, die beängstigenden Geräusche in den Kurven, welche die Frage nach der Sicherheit der Fahrzeuge öffentlichen Personennahverkehrs mit stetiger Aktualität belegen, die Ziehharmonikatüren und der grüne Knopf an der metallenen Außenseite.

Meine Straßenbahn ist fast immer eine alte; ein klobiges Ungetüm, ein ratterndes Monster, das Fahrgäste verschlingt und ausspeit wie schlechte Nahrung. Ich freue mich darüber, mißfallen mir doch die schrillen Tür-Schließ-Warntöne der neueren Bahnen, die schwarz-drohenden Kameraaugen an der Decke, die an der Glastür angebrachten Ein- und Aussteigeknöpfe, deren fehlende Versenkbarkeit immer wieder Unsicherheit aufkommen läßt, ob man sie nun ausreichend intensiv gedrückt habe oder nicht.

Heute sitze ich in einer neuen Bahn. Das Fenster neben mir ist glaskratzerfrei und erlaubt mir einen Blick auf das sonnige Äußere, auf die vorbeischwebenden Menschen und Fahrzeuge. Für einen Augenblick ersehne ich mir ein Buch auf meinen Schoß, doch dann entsinne ich mich der letzten beiden Tagen, in denen ich mich mit nahezu nichts anderem als mit der Lektüre zweier angenehmer Bücher beschäftigt hatte, deren Geschichtenfetzen mir noch immer durch den Kopf wirbeln und das Gefühl hinterlassen, vorläufig lesegesättigt zu sein und alle Eindrücke und Gedanken erst einmal verarbeiten zu müssen.

Links von mir, auf der anderen Seite des schmalen Ganges, befindet sich ein Vierersitz, erstaunlicherweise nicht von einer Omi und zwei Taschen, sondern tatsächlich von vier Personen besetzt, deren geschätztes Alter ich in den Sechziger-Bereich einordnen würde, sollte mich jemand danach fragen.

Die Vier unterhalten sich. Eine Frau bemängelt die Straßenbahnunpünktlichkeit und die daraus entstehenden Umsteigeprobleme, die ein wiederholtes Zuspätkommen verursachten und auch nicht durch das Nutzen einer früheren Bahn ausgeglichen werden können, da die bisher genutzte die erste am Morgen darstellt [Die schreckliche Vorstellung nachts um Fünf zur Arbeit fahren zu müssen, lasse ich nicht in meine Gedanken eindringen.]. Das Gespräch schweift ab, ich lausche dem unangenehmen Fiepgeräusch, das mit jedem Brems- und Anfahrvorgang entsteht, lenke all meine Sinne in Richtung des Magdeburger Außen, das allein durch die stete Eigenbewegung der Bahn interessant zu sein scheint.
'Bewegte Bilder fesseln.', überlege ich, 'Egal, wie sinnentleert sie sind.'

"Sie können es ruhig glauben.", vernehme ich links von mir. Die andere Frau auf dem Viererplatz hat das Wort ergriffen. Ich sehe nicht viel von ihr; nur ihr strohblond gefärbtes Haar lugt hinter dem fetten Gesicht ihres Nebenmannes hervor.
Doch ihre Stimme ist gut hörbar - sicherlich auch für den Rest der Straßenbahninsassen - und berichtet Nachdenkenswertes.

"Glauben Sie mir,", wiederholt sie, "ich habe noch nie in meinem Leben ein einziges Buch gelesen."
Am liebsten wäre ich an dieser Stelle verblüfft verstummt, doch schwieg ich bereits. Im Kopf wimmeln Assoziationen zu den beiden Büchern der vergangenen Tage herum, und ich frage mich kurz und ohne wirkliches Interesse, wieviele Bücher ich in meinem Leben bereits las, ja, wieviele ich davon doppelt genoß.

"Ich habe es probiert, wissen Sie. In der Schule mußten wir ja lesen, doch konnte mich immer drücken."
"Sie liest ja.", weiß ihr Mann mit dem Fettgesicht zu ergänzen. "Aber eben keine Bücher."
"Das glauben Sie nicht, oder? Nicht ein einziges Buch habe ich bisher gelesen. Einmal wünschte ich es mir, hier, dieses Buch von dem Süß... Südmann, «Das Parfüm», Sie wissen schon, dieser Süskind oder wie der heißt, das habe ich mir wirklich gewünscht. Ich habe es wirklich probiert, ich wollte es ja lesen. Doch ich habe es angefangen und dann weggelegt, auf meinen Nachttisch, da lag es dann wochenlang, ohne daß ich es anrührte.
Nicht ein einziges Buch habe ich bisher gelesen."

Ihre Begleiter schweigen, und ich frage mich, ob ich ihr nicht ein gutes, leichtes Buch empfehlen sollte, etwas, das fesselnd und anspruchslos zugleich ist. Karl Mays "Winnetou" fällt mir ein, Gerd Prokops "Detektiv Pinky" und noch ein paar andere Werke, die ich als Kind verschlungen hatte. Ich beschließe zu schweigen und recke meine Lauscher noch einmal in Richtung der Leseunwilligen.

"Nicht ein einziges Buch.", wiederholt sie gerade. Ungläubig wende ich mich ab und starre abwesend auf die bewegten Bilder hinter der Scheibe.

[Im Hintergrund: EverEve - "The more she knows"]

FFFfF: Schwafel

Bevor ich anfange, ein kleines Loblied auf Corel und seine Existenz auf meinem Rechner zu säuseln, freue ich mich über die 23 [natürlich!] Blätter, die ich soeben ausdruckte und die allesamt mit vorgefertigten Panels [=Kästchen] bedruckt sind, in die ich in naher Zukunft die nächsten Comics zeichnen werde. In den letzten Tagen mußte ich diese selber konstruieren, was mir durchaus mißfiel.

Heute ertappte ich mich dabei, wie ich mir selbst sagte, ich müsse noch den morgigen Fred-Comic zeichnen. Dabei muß ich nicht. Ich will. Das wird mir jedesmal wieder klar, wenn ich einen Comic beendet habe und voller Stolz den Scanner damit füttere:
Ich mag Frederick, die alberne, zuweilen etwas begriffsstutzige Fledermaus.
Ich mag den noch namenlosen Käfer, der so schlau tut und sich gerne reden hört.
Und ich mag natürlich den Wurm, der - man hat es sicher bereits bemerkt - einer der größen Batman-Fans ist, die ich kenne.

Halte ich also nach nach vielen Minuten des Zeichnens, des Falsche-Linien-Bedauerns, des Winzige-Fehler-Durch-Improvisation-Beseitigens, des Sich-Über-Funktionsverweigernde-Stifte-Ärgerns, ... den neuen Fred-Comicstrip in meinen Händen, unterzeichne ich ihn mit meinem Namen und dem zugehörigen Datum, schenke ich ihm spontan einen wenig aussagekräftigen Titel, dann weiß ich, warum ich das tue, warum ich mehrere Stunden täglich damit zubringe, ein weißes Blatt mit schwarzen Linien und Flächen zu befüllen, warum ich morgens unter der Dusche an nahezu nichts anderes denke als an mögliche Abenteuer einer Schwarz-Weiß-Fledermaus...

Egal.

Nr. 25: "Schwafel"


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[Im Hintergrund: The Cure - "Bloodflowers"]

Donnerstag, 13. Oktober 2005

Papier

Auf der Suche nach verrottenden Stücken meiner Vergangenheit durchwühle ich alte Zeilen, deren staubige Zusammenhänge der Wind der Zeit längst aus meinem Gedächtnis fegte, um Platz zu schaffen für das Jetzt, das Heutige, für Eindrücke und Bilder, welche die alten Schubladen zu befüllen, neue zu erschaffen haben. Ich versinke tiefer und tiefer in Worten, die nicht mir gehören und doch meine sind, in Buchstabenketten, die fremde Hände einst meinen Blicken anvertrauten, als könnte ich ihre Wahrheit auf ewig bergen.

Zwischen losen Blättern sitze ich und lausche der Vergangenheit, krieche unter ihre warme Decke, mache es mir gemütlich, als wäre ich einen Augenblick lang zu Hause, als wäre ich am Ziel meiner Reise, meiner Suche, angekommen, finde mich wieder in uralten Gedankengebirgen, deren prasselnde Lawinen mich zuweilen zu erdrücken scheinen, deren riesige Schatten bis in den Gegenwart ragen, mich frösteln lassen. Zitternd grabe ich mich tiefer in das Gewesene, kuschle mich fester in die Decke verronnen Daseins. Mit einem glücklichen Lächeln erkenne ich einen Teil meiner Selbst, erkenne ich mich wieder, finde mich in Geborgenheit, gefangen in einem Lächeln, das alle Schatten vertreibt. Hier von der Spitze der Gebirge sehe ich alles, erkenne ich das Gestern, das Heute, erahne das Morgen, irgendwo zwischen undurchdringlichen Nebeln.

Ich bin der lächelnde Meister Zeit, reibe mich an Erinnerungen, entleihe ihnen meinen Halt. Mit lesenden Augen, flackernd, gierig, tränend, sehe ich mich wandern, mich finden, mich fliehen, mich verwelken und erblühen. Eine Silhouette wandelt durch sein Leben, versuchend, sich mit Sein zu füllen. Ich schenke ihm mein Lächeln, tauche auf, werfe die wärmende Decke von meinen Schultern und fange den Gruß des Gestern.

Noch immer benommen sammle ich das alte Papier auf, verwahre es behutsam an seinem Platz, dort, wo es Jahre überdauerte, dort, wo ich es finden kann, wenn ich seiner, wenn ich deiner, bedarf.
Denn irgendwo zwischen den Zeilen, irgendwo am rauhen Gipfel papierner Gedankenberge fand ich dich - und mit dir den bezaubernsten Grund, leben zu wollen.

[Im Hintergrund: Staub - "Treibholz"]

Tageswort Nr. 28: Teeei

Eigentlich ist es das Wort des gestrigen Tages, aber dennoch auch heute und in den nächsten Wochen aktuell [insbesondere aufgrund der sich freundlich nähernden Winterzeit und der damit verbundenden Teekonsumsteigerung], weswegen ich mich nicht scheue, Teeei zum Wort des Tages auszuerwählen.

Warum?, fragt sich der Unwissende und übersieht, daß dieses Wort genial ist. Von fünf Buchstaben sind vier [80%] Vokale, davon allein drei [60%] ein E. Nicht midner erstaunlich ist natürlich, daß die drei Es hintereinander folgen. Ein tolles Wort.

[Gibt es eigentlich noch andere Worter, die nur aus Vokalen bestehen, außer "Ei"?]

[Im Hintergrund: Paradise Lost - "Lydia"]

FFFfF: Süsses oder Saures

Wer hätte das gedacht: Ich bin mal wieder müde und in Begriff, mein Bettchen aufzusuchen. Vielleicht sollte ich den Veröffentlichungzeitpunkt des täglichen Comics auf eine andere Uhrzeit legen. Schließlich gehört 23:59 Uhr immer noch zum aktuellen Tag...
Nun ja.

Heute gibt es nichts wirklich Dramatisches zu berichten. Tatsächlich freue ich mich sehr, die Halloween-Sache fortgeführt zu haben, denn eigentlich wollte ich heute morgen noch damit beginnen, einen anderen Comic zu zeichnen. Doch der folgt später, bevorzugte ich lieber den nun sichtbaren, 24. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip, der mich durchaus erheitert...

Gute Nacht und so.


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P.S: Die Namenssuche gilt noch immer, ist noch nicht abgeshclossen. Wer also einen einigermaßen passenden Namen für den zuweilen besserwisserischen oder schwafelnden Krabbelkäfer kennt, möge sich nicht scheuen, mir diesen mitzuteilen.
P.P.S: Ich hoffe, die Anspielung auf die Comcistrips Nr.1 und Nr.2 ist bemerkbar...

[Im Hintergrund: EverEve - "Untergehen Und Auferstehen"]

Mittwoch, 12. Oktober 2005

FFFfF: Robin

Der 23. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip.
Eigentlich müßte diese Zahl ausgiebig zelebriert werden. Aber ich bin dafür - mal wieder - zu müde. Auch sagte ich mir, daß ich mich wegen irgendwelcher Zahlennarreteien nicht unter irgendwelchen Druck setzen lassen möchte.
Deswegen gibt es "nur" die ohnehin geplante Fortsetzung des gestrigen Comics.

Als Super-23-Sonder-Special habe ich mir allerdings erdacht, daß es langsam an der Zeit sei, dem schlauen Käfer einen Namen zu verpassen. Daher sind alle Willigen aufgerufen, mir ihre Namensvorschläge zu präsentieren.

Einen Vorschlag gibt es bereits [von mir]: Peter [war ja klar]. Dieser Vorschlag wurde allerdings von der Jury [also von mir] schon kopfschüttelnd abgelehnt.
Also steht noch alles offen. Über Namenseinsendungen würde ich mich freuen.

Über ein Preisgeld oder ähnliches habe ich noch nicht nachgedacht, bin ich doch derzeit zum Denken nicht mehr fähig. Aber ich versuche, mir eine geeignete Belohnung für denjenigen oder diejenige auszudenken, der/die mir den besten Käfernamen zukommen läßt.
Großes Pionier- und Indianerehrenwort.

Nun aber fiel Spaß mit dem aktuellen Fred-Comic.

Nr 23: "Robin"


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Dienstag, 11. Oktober 2005

FFFfF: Halloween

Ich bin erstaunt, daß es mir trotz aller Komplikationen zu gelingen scheint: Ein neuer Fred-Comic wartet darauf, gelesen zu werden.

Ich fasse mich kurz:
Wichtige Stifte vergessen. Vorgekästeltes Papier alle. Scanner [Drucker-Fax-Scanner-Kombi] ist Mist, macht seine Sache aber erstaunlich gut. Uraltes Bildbearbeitungsprogramm ist mühsam zu bedienen. Pinselstärkengröße scheint unveränderlich, was die Minimalfehlerkorrektur behindert. Wackelkontakt-Mainboard ignoriert die Existenz einer Tastatur. Beim dritten Neustart klappt's. FTP-Programm fehlt. Liegt auf meinem Webspace. Der Link dazu steht in einer Mail, die nie ankam. Internet Explorer muß als Alternative herhalten, die Version ist aber hoffnungslos veraltet. Auch ein gewünschtes Download-Update klappt nicht, weil die Seite scheinbar sei Jahren nicht mehr existiert. Netscape 7.0 mag FTP wohl nicht. Google-Suche ergibt mindestens sechs verschiedene verfügbare Programme zum FTP-Up/Download. Alle viel zu groß zum Runterladen. Alternativ: Opera runterladen und installieren. FTP funktioniert scheinbar. Dann doch nicht. Kein Reinkopieren der Daten in den richtigen Ordner möglich. Mist. Ich werde fündig: Veraltete Version von WSFTP, weniger als 1MB. Klasse. Download. Installation. Kein Neustart nötig. Funktioniert. Ich bin beeinduckt.

Ich weiß nicht, ob ich morgen mit einem Comic aufwarten kann, stelle ich doch fest, hier kaum eine ruhige Minute finden zu können. Doch ich gebe mein Bestes.

Den heutigen Comic widme ich Anja, die sich vielleicht über den Wurm freut und den Comic schon kennt, ohne zu wissen, daß sie ihn kennt...

Nun ja, genug geschwafelt [Ich fühle schon fast wie der Käfer...]; ich muß früh aufstehen, sollte also ins Bett. Vorher präsentiere ich allerdings noch voller Freude den 22. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip:

Nr 22: "Halloween"


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Montag, 10. Oktober 2005

FFFfF: Zirp

Ich bin müde. Ein angenehmer Abend liegt hinter mir, der leider auch einen schlechten Film ["Wächter Der Nacht"] und ein besorgniserregendes Auto-Brems-Verhalten beinhaltete, dem ich morgen nachgehen werde.

Bevor ich aber zu Bett eile, möchte ich noch den vielen treuen Frederick-Freunden [sogar meine Mami mochte die alberne Fledermaus] den 21. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip präsentieren.

Fiel Spaß und so.


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