Montag, 6. Februar 2006

atemlos

im taschengrab längst leergefroren
die hand hält nur mein zittern fest
doch streckte ich sie - unbesonnen
dir entgegen, mir entfliehend
so küßte nur des winters wind
mir kälte auf die haut.

im geistesgrab längst sinnertrunken
mein mund sucht schweigend worte
und schrieb ich sie - mit letztem mut
in luft'gen atem zwischen uns
so sähest du mit blindem blick
nur bläßlich weißen hauch.

[Im Hintergrund: Tool - "Opiate"]

Hieße und wäre

Nachdem ich es heute wiederfand, kann ich nicht umhin, jenem Werk, das sicherlich vielen bekannt ist, mich aber trotzdem immer wieder ergötzt, zu huldigen:
Thomas Gsella
Hieße und wäre

Hieße der hessische
Ministerpräsident
Koch mit Vornamen
statt Roland nur ein
wenig anders, nämlich
Folad –
und mit Nachnamen
statt Koch auch ein
wenig anders, nämlich
Lihrte –
im ganzen also
Folad Lihrte,
wäre es ein
Anagramm von
Adolf Hitler.
Aber
so...
[Im Hintergrund: Rachmaninov]

Mehr Sex

"Kreative Menschen haben mehr Sex als andere."
"So?"
"Ja."
"Du zweifelst also an meiner Kreativität...?"


[Im Hintergrund: Nocte Obducta - "Galgendämmerung - Von Nebel, Blut und Totgeburten"]

FFFfF: Verschlafen

Ich hatte es versprochen, und hier ist er, der neue Comic, beinhaltend den kleinen Käfer. Im übrigen ist dies bereits der 140. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comic!

Tolle Sache und so.


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[Im Hintergrund: Evereve - "E-Mania"]

Sonntag, 5. Februar 2006

FFFfF: Hilferuf

Der kleine Käfer kam lange nicht mehr vor, stellte ich nach dem zeichnen des heutigen Comics fest. Das ist betrüblich, weiß ich doch ein paar Käfer-Möger unter den Lesenden. aher verspreche ich hiermit, daß der morgige Comic eben jenen Käfer beinhalten wird.
Ganz bestimmt!


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[Im Hintergrund: Danzig]

Weise Worte 14

I cannot survive myself.

Samstag, 4. Februar 2006

FFFfF: Größer

Da ich nicht täglich den Valentinstag thematisieren möchte, habe ich heute eine Idee umgesetzt, die mir schon länger im Schädel umherirrte. Ich stelle fest, daß ich geneigt bin, die nette Spinne zu Freds Freunden zu erklären...


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[Im Hintergrund: System Of A Down - "Spiders"]

Freitag, 3. Februar 2006

Umhergeworfene Baumteile

Es gelang nicht zu fliehen. Nachdem in verschiedenen Weblogs wie wild mit Stöckchen im Viererpack herumgeworfen wurde und ich stets heimlich unter dem Holzbeschuß hindurchkriechen und das Weite suchen konnte, erwischte mich letztendlich ungefragt doch ein morsches Stück Baum. Obgleich ich normalerweise Stöckchen nicht zu apportieren und in der Gegend zu verteilen pflege, möchte ich diesmal nicht meinem inneren Griesgram Ausdruck verleihen, sondern beantwortete einigermaßen wahrheitsnah und recht ausführlich die folgenden Fragen:

4 Jobs, die du in deinem Leben hattest:
Prinzipiell bin ich nicht sehr arbeitsam und werde, wenn ich dann doch einmal stundenlang Produktives verzapfe, dafür nicht bezahlt, so daß die Bezeichnung "Job" wiederum hinfällig wird. Trotzdem blieb ich dem allgemeinen Berufsleben nicht fern.
So agierte ich einst als Praktikant in einer Apotheke, wo meine Hauptaufgabe darin bestand, Ragale zu putzen und mich über Bachs Blütentherapie zu informieren. Der Lohn bestand in 50, mir illegalerweise verabreichten, Mark.
Während meines Studiums betätigte ich mich als Wurstregaleinsortierer im Kaufland. Meine ohnehin stets kalten Hände nahmen schöne Blautöne an, die sich angenehm mit dem Schnittwundenrot vermischten. Wurstpackungen sind gefährlich, soviel lernte ich. Und wo das Zitronensaftkonzentrat zu finden ist. Bei den Fruchsäften nämlich; nicht in der Obstabteilung.
Einer meiner favorisierten Tätigkeiten gehe ich zuwielen immernoch nach. Geld sah ich noch nicht, obgleich 5,23 pro Stunde angekündigt worden waren. Aber immerhin macht es Spaß: Hörbuchkorrekturhören. Mit Kopfhörern über einem Buch sitzend und jeden Fehler notierend. Das ist leichte Arbeit - es sei denn, das Buch ist so mies wie "Schattenbrüder" von Udo Röbel.
Eine eigene Firma besitzend [Das klingt angenehm großkotzig.] bekam ich unlängst erstes Geld für graphisches Schaffen und somit eine Art Bestätigung, daß mir nicht nur der Weg, den mein Studium bereite, offen steht, sondern auch noch eine Vielzahl weiterer.

4 Filme, die du immer wieder anschauen kannst:
"Monster AG". Ich habe Schwierigkeiten damit, auf die Frage "Was ist dein Lieblingsfilm?" antworten zu können und legte irgendwann mal fest, daß "Monster AG" mir so gut gefällt, daß ich ihn guten Gewissens als meinen Lieblingsfilm deklarieren kann. Im Augenblick jedoch gesellt sich zu diesem noch ein weiterer, den ich bereits mindestens ebenso oft sah und jederzeit lobpreise:
"Herr Lehmann". Ich erspare mir Begründungen. Der Film fetzt.
"Donnie Darko". Lange besaß ich keine DVD-Abspielmöglichkeit [nicht zuzletzt aufgrund eines fehlenden Fernsehers]. Dadurch hielt sich der Umfang meiner DVD-Sammlung in Grenzen. Wichtiger und geliebter Bestandteil jedoch ist "Donnie Darko".
Ein vierter Film fällt mir nicht ein, den ich schon Hunderte Male betrachtete und jederzeit wieder betrachten würde. Es gibt beeindruckend-gute Filme in ausreichend oder überfordernd großer Anzahl. Doch ich möchte mich, insbesondere weil in Bewegtbildern noch nie ausgeprägtes Interesse meinerseits auffindbar war, nicht festlegen.

4 Orte, in denen du gewohnt hast:
Halle [Neustadt].
Magdeburg [Neue Neustadt]
Magdeburg [Fermersleben]
Magdeburg [Stadtfeld]
Man nennt mich auch "Globetrotter"...

4 TV-Serien, die du gerne anschaust:
Ich erwähnte es bereits: Mir fehlt ein Fernseher. Das erschwert die Betrachtung von Serien ungemein.
Allerdings lebe ich nicht abseits aller Welten, weswegen ich durchaus imstande bin, Serien, die ich mag, aber nicht mit Eifer verfolgen kann, aufzuzählen
"SpongeBob" fetzt. Anfangs war ich dem zeichenstil gegenüber sehr abgeneigt, doch wurde ich von G eines Besseren belehrt und kann mich nun als begeisterter SpongeBob-Zeichentrickserien-Konsumenten betiteln.
Obgleich ich in letzter Zeit etwas davon abkam: "Jimmy Neutron" fetzt auch.
Und obwohl mich meine Mitbewohner - leidenschaftliche Simpsons-Fans und "Futurama"-Verachter - dafür lynchen und anschließend töten werden: Ich mag "Futurama". Sogar sehr.
Mhhh... Ich stelle fest, daß das nur animiertes Zeug war, was ich aufzählte. Allerdings fallen mir von den echten Serien keine ein, die ich mit Begeisterung dauerhaft verfolgen könnte.
Nun ja.

4 Plätze, in denen du im Urlaub warst:
Ich war kurz nach der Wende mit meinen Eltern in Rußland. In Leningrad [das hieß damals noch so] und Sotschi [am Schwarzen Meer]. Das war wunderschön, auch wenn ich kaum ein Wort von dem um mich herum verstand. Aber darum geht es ja auch nicht.
Mittlerweile drei Mal urlaubte ich mit einem Freund auf Kreta. Immer im selben Dorf, im selben Hotel. Nochmal würde ich das nicht machen, doch die drei Male waren fantastisch. Dort lernte ich, was Ruhe und Gelassenheit bedeutet.
Insgesamt vier Mal verweilte ich in Spanien. Zweimal als Zeltager-/Ferienlager-Teilnehmer, einmal während meiner Abschluß-Klassenfahrt und einmal, als ich mit einem guten Freund für fünfzehn Jungs und Mädels, allesamt spannende 14 bis 16 Jahre alt, Betreuer spielte. Nur zu gern entsinne ich mich des Neptunsfests, einem eher ostdeutschen Brauch, der mich zum Neptun und alle Kinder zu potentiellen Opfern kürte. Das war toll.
Ich war auch in Marokko, kann allerdings nicht behaupten, daß es mir dort sonderlich gefiel. Persönliche Gründe und so.

4 Webseiten, die du täglich besuchst:
haufenweise Blogs [siehe rechts und addiere ein paar, beispielsweise Spreeblick und Bildblog].
webuni.de - ein Studentenportal in Magdeburg, dem ich allein schon huldige, um mein Monsterchen betrachten zu können.
ruthe.de - wegen Hahaha und so
Die restlichen Seiten suche ich eher hin und wieder als täglich auf.

4 Deiner Lieblingsessen:
Ach herrje. Diese "Lieblings-"Fragen habe ich schon früher in Poesie-Alben verachtet, weil mir erst, nachdem ich das Album wieder zurückgegeben hatte, einfiel, was ich hätte schreiben können.
Vollmichschoklade fetzt auf jeden Fall.
Chili con Carne mag ich sehr [allerdings verzichte ich gern auf Schäfe zugunsten der Menge].
so ziemlich alles, was mit leckerem Käse überbacken wurde, empfinde ich als höchst köstlich
Argh. Die elende Nummer Vier fehlt mir schon wieder... Ich erwähle alternativ ein Lieblingsgetränk: Kakao mit reichlich Kakaopulver.
Essen fetzt im Allgemeinen. Nicht umsonst steigt meine Laune nach jeder Mahlzeit.

4 Plätze, an denen du gerne im Augenblick sein möchtest:
Abseits der Zeits mit einem Stapel guter Bücher an frischer Luft. In Ruhe, ohne Druck auf meinen Schultern, in meinem Schädel.
In dichtem Wald, mich mit Freunden durch Büsche kämpfend, Berge bekletternd, vor Schmutz starrend, vor Anstrengung keuchend.
In einer Tanzlokation, die nur gute Musik bringt, nicht verräuchert ist und lauter mir angenehme Gestalten beherbergt.
So schmalzig es klingen mag: An der Seite einer/der von mir geliebten Frau, mit tastenden Fingern sich der gegenseitigen Anwesenheit versichernd, Vertrautheit, Vertrauen, Nähe spürend, mit staunenden Augen die bewegte Welt um uns betrachtend.

4 Blogger, die du mit dem Stock bewirfst:
luzie, weil ich das Stöckchen bei ihr schon vermißte.
smarf, weil das bestimmt auf wenig Begeisterung stoßen wird.
teacher, weil Lehrer normalerweise [hoffentlich] von Stöckchen verschont bleiben.
june, damit dort einmal etwas Profanes zu lesen ist...

[Im Hintergrund: Dimmu Borgir - "Puritania Euphoric Misantropia"]

FFFfF: Nebenjob

Nein, ich meckere nicht über alles und jeden. Auch wenn es so aussieht. Besonders nach dem heutigen Comic.
Manchmal mache ich mir nur eben Gedanken. Oder besser: Nicht ich, sondern Fred. Ja, ich weiß, Fred ist nur eine Comicfigur, der ich Worte in den Mund lege. Trotzdem heißt das nicht, daß ich mit allem übereinstimme, was er sagt.
Ich finde Würmer nämlich keineswegs lecker.

Ich schreibe wirres Zeug? Mag sein.
Und so.


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Donnerstag, 2. Februar 2006

Pharma-Zeit

Manchmal wünsche ich mir, Menschen würden endlich lernen, einen Schritt voraus zu denken. Das gilt vermutlich für mich selbst ebenso wie für einen x-beliebigen Antibiotikum-Produzenten.

Letzterer empfiehlt nämlich Erwachsenen, im Abstand von jeweils acht Stunden eine anitbiotische Tablette zu sich nehmen, dementsprechend drei am Tag. Das klappt theoretisch ganz gut, verfügt doch ein Tag über 8 * 3 = 24 Stunden.
Zugleich wird empfohlen, die Tabletten zur besseren Verträglichkeit zusammen mit den Mahlzeiten einzunehmen: zum Frühstück, zum Mittag, zum Abendbrot. Klingt auch vernünftig und machbar, gibt es doch täglich jene erwähnten drei Hauptmahlzeiten..

Ist es aber nicht. Menschen, egal ob im Arbeitsleben eingesspannt oder faul-studierend führen ihren Mägen nicht im Abstand von acht Stunden Mahlzeiten zu. Allein, wenn ich das Mittagessen auf 13 Uhr lege, was meine Omi schon als viel zu spät erachten würde, mußte ich morgens um fünf frühstücken und abends 21 Uhr die letzte Mahlzeit zu mir nehmen. Und dann schnell mit prallem Magen ins Bett, damit wenigstens annähernd die empfohlenen acht Schlafstunden erreicht werden können.
Das funktioniert nicht.

Ich bin mir dessen bewußt, daß es sich nur um Empfehlungen handelt. Doch irgendwie ging ich in meinem Denken davon aus, daß Empfehlungen erreichbare Optimalzustände darstellen, nicht unerreichbare Idealzustände.

Letztere erinnern mich schließlich an die Physik, die nur dann nachvollziehbar-verständliche Gleichungen aufstellen kann, wenn Bedingungen gegeben sind, die niemals und nirgendwo existieren.
Vermutlich stecken Pharmazeuten und Physiker unter einer Decke und reiben sich kichernd die Hände, weil sie eine Formel optimaler Wirksamkeit für Antibiotika entdeckten, die nur dann Wirkung hat, wenn normalmenschliches Verhalten vernachlässigt und durch physikalisch mögliche Zahlen- und Zeitspielchen ersetzt wurde

[Im Hintergrund: Leviathan - "Verräter II: Krankheit"]

FFFfF: Valentinstag

Da ich nicht vorauszusehen vermag, ob ich nach dem heutigen, in der Mittagszeit stattfindenden Zahnarztbesuch noch zum Zeichnen imstande oder überhaupt überlebensfähig sein werde, beschloß ich, die Frederick-Comic-Veröffentlichung schon in diese frühen Morgenstunden zu verlegen, nicht zuletzt um jedem neuigierigen Leser den Einstieg in diesen trüb-grauen Tag zu versüßen.

Und so.


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[Im Hintergrund: A Perfect Circle - "Mer De Noms"]

Mittwoch, 1. Februar 2006

FFFfF: Der Wunsch

Ich habe überlegt, ob es nicht sinnvoller wäre, jeden Comic mit deinem Hinweis auf meinen Frederick-Weblog zu versehen. Allerdings stellte ich fest, daß es mir nicht gefiele, diese Internetadresse inmitten des Comics plaziert zu sehen. Und darunter gefällt mir auch nicht, insbesondere, weil es mir zusätzliche Mühen macht. Also bleibt vorerst alles, wie es ist.

Und so


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[Im Hintergrund: A Perfect Circle - "Thirteenth Step"]

Dienstag, 31. Januar 2006

schön warm

Es ist erstaunlich, daß eine Temperaturerhöhung von 3 Grad ausreichend sein kann, um beim Betreten eines vorher als kalt empfundenen Raumes staunen zu können:
"Oh, hier ist es schon warm drin!"
Insbesondere, wenn die Raumtemperatur nur 15 Grad Celsius beträgt...

FFFfF: Das erste Schneeglöckchen

In den letzten Tagen herrscht in meinem Schädel eine Art Fred-Chaos. Ich habe viele Ideen, die allerdings stets nur Ansätze sind. Es fehlt immer der Schluß, der Knaller, die Pointe.
Heute verhielt es sich ähnlich, und ich brauchte eine geraume Weile grüblerischen Herumspielens, bis ich alle vier Bilder zufriedenstellend in meinem Kopf definiert hatte.

Mozart soll angeblich gesagt haben, seine Sinfonie sei schon fertig. Er müsse sie nur noch aufschreiben. Das wird im Allgemeinen als dumme Ausrede gewertet, gefällt mir aber. Denn nach der Grüblerei freute ich mich zu wissen, daß der heutige Comic bereits fertig war, nur eben noch gezeichnet werden mußte...

Und so.


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[Im Hintergrund: Sirenia - "At Sixes And Sevens"]

Montag, 30. Januar 2006

FFFfF: Schnipp

Kein Vorwort heute.
[Allerdings nicht als Ausdruck meines Unwillens diesbezüglich, sondern nur, um möglichst schnell den Comic veröffentlichen zu können. Der Tag ist ja schließlich bald vorbei.
Sicherlich könnte ich das Vorwort weglassen, den Comic veröffentlichen und mir dann anchträglich überlegen, welche Worte ich noch zuvorstelle, doch das wäre albern und entspräche nicht meinem Wunsch.]

Und so.


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[Im Hintergrund: Chamber - "Miles Away"]

Heidi Klum ist schön.

Will man kleinen Kindern etwas von der Welt lehren, so bedient man sich einer einfachen Vergleichsmethode. Bilder von Gegenständen oder Tieren werden kombiniert mit deren Namen oder den Geräuschen, die sie produzieren, so daß im Schädel des Kindes Verknüpfungen hergestellt werden können. Mit ausreichender Wiederholung begreift das Kind schnell, wie das Wort "Hund" aussieht oder daß eine Kuh "Muh" macht. Nicht minder leicht wäre es allerdings, demselben Kind beizubringen, daß die Abbildung, die einen Hund darstellt, ein "Elefant" ist und daß die Kuh "Miau" zu machen pflegt. Solange Wirklichkeitsbetrachtungen oder Fremdmeinungen das Gelernte nicht in Frage stellen, lernt das Kind, ohne sich der ihm aufgetischten Lüge bewußt zu sein.

Wer glaubt, im Erwachsenenalter vor solcherlei Lügen geschützt zu sein, vergißt, was insbesondere in der Werbung alltäglich praktiziert wird: Manipulation. Ein weiteres, vielleicht besseres, Beispiel bietet aber das Fernsehen, genauer: die dort präsentierten Fakten und Nachrichten.

Wird beispielsweise Heidi Klum thematisiert, so darf natürlich ein Attribut wie "schön" [oder ein Synonym dessen] nicht fehlen. Dem Fernsehzuschauer wird eine kindgerechte Karte vor die Augen gehalten: Heidi Klum - schön. Das eigene Gehirn baut die Verknüpfung auf, bevor man sich ihrer erwehren kann. Das fällt umso leichter, wenn Heidi Klum, die hier wirklich nicht mehr als ein Beispiel sein soll, auf mehreren Sendern, in mehreren Sendungen auftaucht, und jedesmal mit einem "schön"-Synonym bestückt wird.

Irgendwann begreift es auch der Letzte: Ah, Heid Klum ist schön.
Vielleicht stimmt dann der eigene Geschmack, das eigene Schönheitsempfinden, zu, vielleicht aber auch nicht.
'Ich finde die gar nicht so schön.', sage ich mir, und bin geneigt der fernseheigenen Attributierung zu widersprechen. Doch ich schweige. Ich bin schließlich nur ich, und in meinem Kopf sind dank der kindgerechten Informationsfütterung "Heidi Klum - schön" die entsprechenden Verknüpfungen längst vorhanden.

'Heidi Klum IST schön.', weiß ich, selbst wenn ich anders empfinde. 'Vielleicht nicht unbedingt in meinen Augen. Aber in den Augen der Allgemeinheit. Und die wird es schließlich wissen.'

Vielleicht "weiß" die Allgemeinheit tatsächlich, daß Heidi Klum schön ist. Vielleicht haben die zahlreichen gezückten "Heidi Klum - schön"-Karten tatsächlich Wirkung gezeigt und die Mehrheit von der Schönheit der Heidi Klum überzeugt. Vielleicht aber denkt ein jeder:
'Ich finde die gar nicht so schön. Aber wenn alle die schön finden, dann wird da schon etwas dran sein.'

Wir sind wie Kinder. Blind und dumm warten wir darauf, daß andere für uns Dinge beim Namen nennen. Und sei es auch der falsche.

In den Stiefeln

Obgleich ich mich zumeist dagegen verwehre, in modischen Belangen kontaktiert zu werden, kann ich mich an dieser Stelle eines Kommentars nicht erwehren, betreffend den allgemeinen Hose-In-Stiefel-Trend, der vermutlich kein solcher mehr ist.

Als ich erstmals einer in hohe Stiefel gesteckten Hose ansichtig wurde, gedachte ich diverser Bilder russischer, zahnloser Kittelschürzenomas, die auf ihrem zerfallenden Bauernhof umherstiefelnderweise eben jene "Mode" praktizierten. Erst der zweite Gedanke begab sich in Richtung der 80er Jahre, denen dieser fabulöser Kreativ-Gedanke wohl entwichen sein mag.

Mir war es egal. Sollte doch die modebewußte Umwelt sich mit Hosen-Stiefel-Tragevorschriften herumplagen und Gedanken darüber verschwenden, wie denn bestmöglichst die unschönen, aus dem Steifelansatz herausragenden Hosenknitterfalten zu vermeiden seien. Meine Blicke störten sich auh nicht an mit Bommeln besetztem Hochschuhwerk, deren flauschige Anhängsel jeden Schritt mit fröhlichem Hin- und Hergebammel zelebrierten.

Ich wurde erst stutzig, als ich plüschbestzter Wuschelpuschelstiefel gewahr wurde - vorwiegend in augenkrebserregenden Rosa-Tönen. Herbst und Winter standen nämlich meines Erachtens nicht in dem Ruf, witterungsbedinge Sauberkeit zu verbreiten, sondern eher mit Feuchtigkeit und Dreck reichlich um sich zu werfen. Plüschschuhe stellten für mich die Verkörperung kleidungstechnischer Sinnlosigkeit dar, würde sich doch das Matschwetter grinsend die eiskalten Hände reiben und jene Fußverhüller zu Primärzielen ausersehen.

Und tatsächlich: Die wenigen Plüschstifel, denen ich noch begegne, lassen ihren ursprünglichen Farbton vermissen. Vermutlich entdeckten die Käufer dieser Produkte irgendwann, daß diese nicht weniger unpraktisch waren als jene albernen Jacken aus unnachgiebig-steifem Skispringerstoff waren, deren Unästhetik im vorigen Jahr herumging.

Jedoch die allgemeine Hose-in-Stiefel-Modeerscheinung hält an. Wo bleibt der nächste Schritt?, frage ich mich und überlege, ob ich selbst den Anfang machen sollte. Schließlich sprang dieser Trend noch nicht auf die maskuline Kundenschaft über, obgleich es nicht sonderlich schwer sein dürfte, Unsinnigkeiten auch auf das männliche Geschlecht auszubreiten. Doch selbst den Anfang zu machen, hieße, meine wenig winterliche, schwarze Hose in meine nicht minder schwarzen Springerstiefel stopfen zu müssen. Und abgesehen davon, daß mein Mantel sicherlich einen Teil des optischen Gesamteindrucks verbergen würde, glaube ich doch nicht, daß mit meinem dadurch entstehenden Fascho-EBM-Aussehen der Verbreitung des Hose-In-Stiefel-Trends geholfen wäre.

Ich ließ also davon ab und mußte bis zum heutigen Tage warten, um endlich einem maskulinen Hose-In-Stiefel-Stopfer begegnen zu können. Ich sah ihn zunächst nur aus der Ferne, in einem Hauseingang verschwindend. Sein Haar war kurz und tdunkel, und seine Gesichtszüge ließen keinen zweifel ob seines Geschlechts zu. Und doch trug er weiße Stiefel, in die seine graue Hose hineingesteckt worden war.
Ja!, jubelte ich innerlich. Der erste Schritt ist getan! Nachahmer, wo bleibt ihr? Natürlich sah es schwuchtelig aus, seine Hose in weiße Stiefel zu stecken. Aber das war kein Grund, es nicht auch einmal zu versuchen, oder?

Andererseits war mein Blick auf diesen vermeintlichen Trendsetter nur von kurzer Dauer gewesen, zu kurz, um wirkliche Sicherheit bezüglich seines Schuhwerks erhalten haben zu können. Ich wartete also. Sein Auto stand mit offenen Türen vor dem Eingang, und es war gewiß, daß mein bereits zum Helden emporgehobener Stiefelträger alsbald wieder ins Freie treten würde.

Nur wenige Augenblicke vergingen, da tauchte er schon wieder auf. Mein Blick glitt in Richtung seiner Füße - und ich schmunzelte. Im Geiste verwahrte ich alle schon bereitgestellten Modepokale und Trendsetterurkunden wieder in unzugänglichen Schubladen, bevor ich weiterlief.

Ich hatte mich geirrt. Das Schuhwerk des jungen Mannes bestand eigentlich nur aus winzigen Badeschlappen. Allerdings trug er wolkenweiße Strümpfe, schön weit nach oben gezerrt. Und zu allem Überfluß hatte er noch seine Jogginghose in die Socken hineingestopft. Der Anblick war kein schöner, das gebe ich zu.
Allerdings glaube ich nicht, daß der Begegnung mit dem ersten männlichen Hose-In-Stiefel-Stopfer, besser: Hose-In-Weiße-Stiefel-Stopfer, ein größeres Ausmaß an begeisternswerter Ästhetik innegewohnt hätte...

[Im Hintergrund: Tristania - "Ashes"]

Ausstrahlung

Geschätzte fünf Tage, nachdem ich ihr in der Mensa begegnet war, tauchten ihre Worte in meinem Schädel auf. Ihre Ablehnung dem von mir als gut empfundenen Konzert gegenüber, begründet in der fehlenden Ausstrahlung des Sängers. Zwischen Eile und Freunden in den Raum geworfene Satzblöcke, die kein Gespäch zu werden vermochten. Denn schon zerrte mich, sie, ein Anderswo hinfort.

Keine Ausstahlung. Soviel blieb hängen. Ich denke darüber nach, und kann nicht verhindern, ihre Recht geben zu müssen.
Fünf Tage, nachdem diese Worte ihren Mund verließen, ertappe ich dabei, wie ich über sie nachdenke, das Gespochene im Schädel hin- und herwälze und auf anderer Ebene zu betrachten beginne.

Verfüge ich über eine Ausstrahlung? In den Augen der Allgemeinheit? In ihren Augen?
VIelleicht will ich die Antwort gar nicht kennen.

[Doch wenn mir die Ausstrahlung fehlen sollte, jene, die auch dem Sänger nicht innewohnte, ist dann ihr instinktiv gefälltes Urteil in Anbetracht der mir innewohnenden Tiefen nicht anfechtbar...? Welche Verbindung gibt es zwischen der Ausstrahlung und dem, was man ist, zu sein glaubt, mag und nicht mag, tut und läßt...?]

[Vielleicht sollte ich auch vermeiden, mit tagelanger Verspätung über längst verhallte, in Hektik vorgebrachte Dialogfetzen zu sinnieren...]

[Im Hintergrund: Sneaker Pimps - "Bloodsport"]

Sonntag, 29. Januar 2006

FFFfF: Berühmt

Wie gestern präsentiere ich präventiv den aktuellen Comic.
Schließlich verweile ich derzeit ind em Zuhause, das ich nur selten Zuhause nenne, obgleich es mein ursprünglicheres Zuhause ist. Hier jedoch gibt es keine fantastische DSL-Flatrate und eine Menge fehlender Zeit.
Trotzdem habe ich es nicht nur geschafft zu zeichnen, sondern auch, das Gezeichnete zu veröffentlichen.
Ich bin schon toll...

Und so.


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Samstag, 28. Januar 2006

FFFfF: Fledermaushöhlen-Verschönerungsmaßnahmen

Ich habe keine Ahnung, ob ich am heutigen Tage dazu gekommen wäre, den aktuellen Fred-Comic zu präsentieren. Vorsichtshalber gibt es ihn deswegen schon jetzt, obgleich meine Äuglein schon tief und fest zu schlafen scheinen und jeder Blick unendliche Mühe kostet.

Gute Nacht und so.


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